42 Grad (Wolf Harlander)

42 Grad (Wolf Harlander)

Mutter Natur kann nicht nur Sintflut, sie kann auch das Gegenteil! Diese Lektüre hat mich zum Schwitzen gebracht und ich hatte ständig Durst. Gut, dass ich reichlich Wasser aus der Leitung bekam, das ich mir neben meinem Lesesessel bereitstellen konnte.

Ein Pageturner ist dieses Buch in meinen Augen nicht, aber das ist auch ganz gut so, damit man die Zusammenhänge begreifen und sich zuweilen von den schockierenden Bildern erholen kann. Mehr als die Ermittlungen gegen die Verbrecher hat mich das Katastrophenszenario in seinen Bann gezogen.

Was passiert wirklich, wenn die Temperaturen weltweit immer weiter steigen? Schon jetzt haben wir hier klimatische Verhältnisse wie noch vor einigen Jahren nur aus Amerika bekannt und wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen, werden wir bald Verhältnisse wie in Afrika haben. Hitze. Dürre. Tod.

„42 Grad“ von Wolf Harlander wäre kein Thriller, wenn nicht auch kriminelle Kräfte zu einer Verschärfung des Wassermangels beitragen würden. Das Ende fand ich wenig überraschend. Trotzdem wird mir dieses Buch, das ich bei schlappen 30 Grad im Schatten las, noch lange im Gedächtnis bleiben, denn das Thema ist brandheiß, gab es doch zeitgleich in Amerika Rekordtemperaturen über 50 Grad mit etlichen Hitzetoten.
Und jetzt haben wir in Europa großflächige Waldbrände, wie sie auch im Buch eine Rolle spielen.

Die Geschichte basiert auf Fakten (ttt -titel, thesen, temperamente dazu): https://www.youtube.com/watch?v=5jFqnZ5NiEg

Kleines Manko in meinen Augen: Die französischen /schweizer Guillemets, die mich beim Lesen arg irritiert haben, weil ich die Anführungszeichen umgekehrt gewohnt bin.

Flaschenpost

Flaschenpost

»Guck mal, wir stecken den Brief jetzt hier in die Flasche …«
»Aber warum schicken wir nicht eine E-Mail?«
»Weil wir die Adresse nicht kennen.«
»Oder eine WhatsApp.«
»Die Telefonnummer wissen wir auch nicht.«
»Aber Opa, wenn du irgendjemanden kennenlernen willst, dann melde dich doch in einem Forum an! Da kannst du deinen Brief posten und es antworten garantiert Leute.«
»Ist das nicht viel schöner, wenn die Flasche jetzt durch den Fluss irgendwohin schwimmt, vielleicht sogar bis ins Meer, und dann irgendein Mensch sie am Strand findet und dann zurückschreibt?«
»Nein, das ist Umweltverschmutzung! Und außerdem bleibt die garantiert am nächsten Wehr hängen oder an einer Fischtreppe oder so.«
»Und wenn wir eine Postkarte an einen Luftballon hängen?«
»Opa!«
»Na gut, dann gehen wir eben ins Internetcafé. Aber mein Brief kommt nicht in dieses Instagramm, da sind mir zu viele Leute.«

Bild von Antonios Ntoumas auf Pixabay

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