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Rezension: Pride began on Christopher Street (Christian Handel und Andreas Suchanek)

Rezension: Pride began on Christopher Street (Christian Handel und Andreas Suchanek)

Pride began on Christopher Street
von Christian Handel (Instagram: @christian.handel) und Andreas Suchanek (Instagram: @gesuchanekt)
Historischer Roman
366 Seiten
Buch 4 von 7 aus der Piper-Reihe „Schicksalsmomente der Geschichte“
Taschenbuch 17,- Euro, ebook 4,99 Euro
Erschienen am 03.05.2024

Selbst gekauft und für empfehlenswert befunden.

Ich kannte den CSD als vermeintliche bunte Party, die auf den ersten Blick gar nicht wie eine Demonstration wirkt. Dass die Abkürzung für Christopher Street Day steht, war mir auch klar. Aber warum? Dann schnappte ich „Stonewall was a Riot“ auf und konnte mir keinen Reim drauf machen.

Ich bin nicht der Typ, der mit Geschichte großartig etwas anfangen kann, sich trockene Jahreszahlen und anderen Stoff reinziehen will. Das heißt aber nicht, dass ich nicht aus der Vergangenheit lernen will.

Ich brauche Geschichten.
Ich will mir plastisch etwas vor Augen führen können, mich in historische Figuren hineinversetzen können. Mir hilft auch schon eine fiktive Figur, die es so hätte geben können, um mitzuerleben, wie es gewesen wäre, damals dabei zu sein.

Ersteindruck

Das Buch stammt aus einem etablierten Verlag und so verwundert es nicht, dass es einen professionellen Eindruck macht.

Es ist dick genug, dass es alleine stehen kann und erwartungsgemäß liest es sich wie ein Roman und nicht wie ein Sachbuch. ;)

Text auf einer Buchrückseite: Der Regenbogen hat einen Anfang. New York 1969: Den Polizisten Jake Plummer und den Freigeist Finn trennen das Gesetz, ihre Herkunft und ihre Vorstellung davon, wen man lieben darf. Dennoch rettet Jake Finn vor einem brutalen Polizeiübergriff. Obwohl sie in ihren Vorurteilen über den anderen gefangen sind, nähern sie sich an. Als sich in der Nacht auf den 28. Juni die queere Community bei einer Razzia im "Stonewall Inn" in der Christopher Street erstmals gegen die Polizei zur Wehr setzt, müssen sich die beiden entscheiden, auf welcher Seite sie stehen ... Christian Handel und Andreas Suchanek erzählen nicht nur von einer außergewöhnlichen liebe, sondern auch von einem großen historischen Moment: der Geburtsstunde des Christopher Street Days. Originalausgabe.

Lektüre

Es war für mich kognitiv anstrengend und ich brauchte mehrere Pausen, weil es nicht so fesselnd geschrieben ist wie ein Thriller. Das Erzähltempo ist langsamer und die Seiten sind dichter beschrieben, was es für mich herausfordernder macht. Das ist aber bei einem Historischen Roman so zu erwarten.

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Weltumwelttag 2026

Weltumwelttag 2026

Zum heutigen Weltumwelttag möchte ich euch zwei Geschichten ans Herz legen: Meine kurze Geschichte Projekt Rhein und Die letzte Hoffnung von Tommy B. Brandl (Instagram: @tommy_schreibt).

Ich darf Die letzte Hoffnung vorab lesen und da ich gerade erst angefangen habe, kann ich euch noch nicht viel darüber erzählen. Das ist auch gut so, denn ich darf nicht zu viel verraten, immerhin erscheint das Buch erst am 25.07.26.
Ich glaube aber, Tommy wird bei meinem schneckenmäßigen Lesetempo gut schlafen können, was das angeht. Es sei denn, die Lektüre ist zu spannend … dann inhaliere ich so einen Thriller auch schon mal.

Ich glaube aber, ich verrate nicht zu viel, wenn ich euch sage, dass mich bereits die ersten beiden Zeilen davon überzeugt haben, mich noch einmal auf eine Rezension einzulassen.

Hier sind sie:

Der Tod rauschte in ihr Haus, ohne anzuklopfen.
Salzig. Dreckig. Eiskalt.

Na, seid ihr auch sofort am Haken?

Das Buch ist bereits vorbestellbar und zwar sogar in einer limitierten signierten Farbschnittausgabe bei der Buchhandlung Brockmann.

Wenn euch das Warten bis Juli zu lang wird, dann schiebt doch eine meiner kurzen Geschichten dazwischen. :)

Ach ja, da war doch noch was:

Meine dystopische NF Climate Fiction Projekt Rhein befasst sich mit der Überlegung, wie es bald in Deutschland aussehen könnte, wenn die Klimaziele weiterhin verfehlt und verwässert oder gar aufgehoben werden und es im Jahr 2050 hierzulande Wüstenlandschaft gibt, wo der Rhein jetzt noch grün erblühen lässt, was noch nicht zubetoniert ist, und Dürren an der Tagesordnung sind.

Klappentext:

Deutschland, 2050, mit knapp über vierzig Grad einer der kühleren Sommertage.
Leonidas liegt im Schatten seiner Maispflanzen, als ihm eine Einladung des Bundeskanzlers übermittelt wird.
Es geht um den längst ausgetrockneten Rhein.

Eine dystopische Kurzgeschichte.

Überall erhältlich, wo es ebooks gibt.

Euer Ingo S. Anders

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Bild zur Geschichte im Juni

Bild zur Geschichte im Juni

Moin!

Jeweils am 1. eines Monats findet ihr an dieser Stelle ein Bild, das euch dazu auffordert, eine Geschichte zum Bild zu schreiben.
Entstandene Geschichten reblogge ich gerne oder poste sie als Gastbeiträge.

Euer Ingo S. Anders

Vorderseite einer Visitenkarte. Links ein Foto eines bärtigen Brillenträgers in kariertem Hemd vor schwarzem Grund. Rechts schwarze Schrift auf weißem Grund: Ingo S. Anders. Ingo schreibt anders. Unten rechts in der Ecke eine Schildkröte, auf deren Panzer ein Vogel sitzt.

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Juni 2027: Die erste Hamburger Buchmesse namens HamBuM

Juni 2027: Die erste Hamburger Buchmesse namens HamBuM

Noch bis zum 30.06.2026 könnt ihr euch bewerben als Ausstellende für den 12./13. Juni 2027 bei der ersten HamBuM in Hamburg-Schnelsen.

Im ersten Schwung der Begeisterung sah ich mich selbst schon dort sitzen, beim Meet & Greet Autogramme geben und nach meiner Lesung im Applaus schwelgen. Und vielleicht würde ja auch die Kasse klingeln, wenn ich mit einem druckfrischen Roman aufwarte? Einem Roman! Endlich mal mehr als „nur“ Kurzgeschichten. Das, was die Lesenden erwarten.

Und dann dachte ich daran, was die queere Buchmesse in Essen für ein Reinfall gewesen war. Niemand im Publikum bei der Lesung. Ganze 2 verkaufte Bücher. Eine Woche danach der große Crash und ab in die Pflegebedürftigkeit. So etwas riskiere ich nicht noch mal.

Vor allem: Erholt habe ich mich ja nicht sehr seitdem und müsste tief in die Tasche langen, um überhaupt stundenweise vor Ort sein zu können. Das rechnet sich in keiner Weise und frustriert wäre ich ja ebenfalls, wenn mein Luftschloss in sich zusammenfällt.

Das Schlimmste wäre aber, wenn mein Buch zum Zeitpunkt der Messe noch gar nicht fertig wäre. :o

Ich würde mir aber richtig doll wünschen, dass es eine richtig starke Beteiligung queerer Autor:innen bzw. eine große Auswahl an queerer Lektüre bei der HamBuM gibt. Vielleicht geht es mir ja nächstes Jahr gut genug, um einmal über die Messe zu rollen.

Euer Ingo S. Anders

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IDAHOBITA 2026: Mit Rollstuhl schwierig, mit ME unmöglich

IDAHOBITA 2026: Mit Rollstuhl schwierig, mit ME unmöglich

Gerne wäre ich heute auf dem Hamburger Rathausmarkt dabei und würde mit den anderen zusammen ein Pappschild hochhalten.
Um Präsenz zu zeigen, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Um mich als queeren Behinderten zu zeigen.
(Was ich ohnehin jeden Tag tue, an dem ich es nach draußen schaffe.)

Die Pappe hochhalten wäre für mich schon so anstrengend, dass ich die folgende Woche Schmerzen und zusätzliche Einschränkungen hätte. Den Veranstaltungsort aufzusuchen, das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Weil ich nicht nur wegen des Rollis über Dammtor fahren muss, sondern auch noch im Augenblick Schienenersatzverkehr ist. Dadurch wären es nicht nur zwei Stunden für die einfache Strecke, sondern noch zusätzlich zweimal Umsteigen und unzählige Busse, die mich stehen lassen, weil sich zig Leute vordrängeln und der Fahrer endgenervt ist. Das packe ich nicht.

Würde ich das Geld für einen Behindertentransportwagen zur Innenstadt in die Hand nehmen (dreistellige Summe, das Geld fehlt dann für Medikamente, Heilbehandlungen, Assistenz und Pflege), dann könnte ich dennoch den Rest der Woche mein Zimmer nicht verlassen. Ist es das wert?

Was ist die Alternative? Weiter dabei zusehen, wie die Gelder für queere Projekte gestrichen werden, wie Rechte behinderter Menschen mit Füßen getreten werden?
Bin ich zu anderer Form des Protestes gezwungen? Vielleicht. Ich gebe mein Bestes, indem ich mich beim queerhandicap e.V. einbringe.

Ich finde es wenig überraschend, dass ich auf queeren Kanälen fast ausschließlich höre, dass Rechte queerer Menschen beschnitten werden und queere Projekte eingestampft werden müssen, aber nichts von der Eingliederungshilfe, die gekürzt werden soll, was Behinderte massiv in ihrer Alltagsgestaltung beschneidet.

Andersherum höre ich unter Behinderten natürlich eher, dass die Mittel, die Selbstbestimmung ermöglichen sollen, bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten, während dagegen untergeht, dass die Gruppen, die man mit deren Hilfe vielleicht hätte aufsuchen wollen, sich dann auflösen werden, weil die Träger keine Kohle mehr bekommen.

Von queeren Behinderten höre ich überwiegend, dass man sich ausgeschlossen fühlt – ich bin bei sowas ja immun, ich merke ja nicht mal, dass ich gemobbt werde, wenn ich unter Schlägen und Tritten gekrümmt am Boden liege – aber von einem Ziehen am selben Strang merke ich nichts. Höchstens wie beim Tauziehen, jeder in seine eigene Richtung.

„Politik ist ein Verteilungsstreit“, hörte ich neulich. Ja, das erklärt einiges. Zum Streiten hab ich keine Löffel.

Aber ich hab ein virtuelles buntes Päppchen für euch:

Macht euch einen bunten Tag. Mit oder ohne Päppchen hochhalten.

Euer Ingo S. Anders

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