Manie #diverserdonnerstag

Manie #diverserdonnerstag

Mit Manie diesmal mit einem eigenen Thema von mir. Für mich gehört die Manie durch meine bipolare Störung zu meinen Depressionen dazu, ebenso wie „psychotische Exazerbationen“. Ich habe also auch Psychoseerfahrung. Doch das wird später ein eigener Beitrag.

Die Wikipedia sagt dazu:

Eine Manie ist eine affektive Störung, die meist in Episoden verläuft. Antrieb, Stimmung und Aktivität befinden sich in einer Manie weit über dem Normalniveau.

Wikipedia

Das hört sich ja toll an, als könnte man sehr viel mehr leisten als andere, die nicht manisch sind? Weit gefehlt.

Persönliche Erfahrungen

Das Problem bestand für mich darin, dass ich mich nicht nur übernahm und überschätzte und die Erschöpfung immer größer wurde; mein Denken wurde auch mit der Zeit inkohärent – ich sprang so sehr von Hölzchen auf Stöckchen, dass mir niemand mehr folgen konnte.

In dieser Phase hatte ich schon Logorrhoe, ein mit „Sprechdurchfall“ treffend bezeichnetes Symptom, das beschreibt, dass die Menschen nicht mehr schweigen können, selbst wenn sie wollen. Das habe ich selbst mehrmals erlebt. Ich erinnere mich da an eine Situation, als ich mit einem Freund an der Elbe saß und er Ruhe wünschte, einfach gemeinsam mit mir schweigen wollte, was für mich beim besten Willen unmöglich war.

In der Manie verlor ich die Kontrolle

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Tschüss 2021, moin 2022!

Tschüss 2021, moin 2022!

Wie die Zeit rennt, wenn man plötzlich was zu tun hat!
Trotzdem bin ich noch nicht so recht bereit, das alte Jahr gehen zu lassen. Ich muss erst noch aufräumen, innerlich.

Wie ist das letzte Jahr gelaufen?
Habe ich meine Ziele erreicht oder mir zu viel vorgenommen?


Für das vergangene Jahr hatte ich mir vorgenommen:

  • Meinen zweiten Roman runterschreiben.
  • Meinen ersten Roman überarbeiten.
  • Aktion »100 Geschichten in 100 Tagen« im Blog starten.

Die 100 Tage-Aktion habe ich nicht nur gestartet, sondern auch abgeschlossen. Das war das unwichtigste Ziel und im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht die klügste Idee, weil ich mir nicht die Zeit genommen habe, alles vernünftig zu verschlagworten. Wie das mit den Hashtags funktioniert, habe ich erst so richtig bei Instagram gelernt. Content habe ich jetzt, aber „Oh je, was sollen die Nachbarn denken?“ ;)
Ich meine, wenn man neu auf meine Seite kommt und sieht die Früchte meiner eilends dahergetippten Schreibübungen, dann kann der Eindruck entstehen, das sei mein übliches Niveau und nun ja, das dürfte nicht gerade verkaufsfördernd sein. Was tun? Einfach löschen zerstört sämtliche Referenzen. Am besten, ich erwähne es nicht wieder, lasse gehaltvollere Artikel sprießen und das Ganze in Vergessenheit geraten.

Die Überarbeitung meines ersten Romans habe ich zwar in Angriff genommen, mich dann aber gleich wieder ablenken – na ja, ins Tal der Depression fallen – lassen. Fertig bin ich damit noch nicht, hatte aber auch erst im Oktober damit angefangen. Schade, denn das wäre mir eigentlich das Wichtigste gewesen. Es scheint mir aber auch die schwierigste Aufgabe. Für mich ist es einfacher, mir aus dem Nichts heraus etwas einfallen zu lassen, als dann Entscheidungen darüber treffen zu müssen, was wie geändert werden soll. Hierfür will ich mir mehr Zeit nehmen, am besten täglich.

Der zweite Roman ist viel zu kurz geraten, aber zum Ende bin ich gekommen. Ein Erfolg?
Auch hier habe ich das gesetzte Ziel von 55.000 Wörtern nicht erreicht, aber 22.000 Wörter ersprintet. Daraus lerne ich, dass Schnellschreiben für mich wirklich nur dann Sinn macht, wenn es darum geht, mir das Schreibrohr freizupusten. Arbeit an Romanen erfordert sehr viel mehr Planung und einen koordinierten Blick auf das Gesamtwerk; kurze Texte lassen sich einfach mal so aus dem Handgelenk schütteln und bedürfen mit Glück nur wenig Bearbeitung.
Dieses Projekt soll erst dann wieder oberste Priorität bekommen, wenn ich mit dem Erstling in eine andere Bearbeitungsphase eingetreten bin, also etwa auf Verlagssuche bin oder erneut aus Betriebsblindheit eine Pause brauche.

(c) A&K Coverdesign

Nicht geplant war die Buchveröffentlichung.
Die war unheimlich aufschlussreich und hat Riesenspaß gemacht, war aber auch zeit- und energieraubend und hat zur Folge, dass mir nun fürs Schreiben dauerhaft weniger Zeit bleibt, weil ich mich um Buchhaltung und Werbung kümmern muss. Wobei ich die Werbung ehrlich gesagt sträflich vernachlässige. Da muss ich mehr tun.

Ich brauche einen zweiten Ruhetag, an dem ich schreiben darf, aber nicht muss. Es kommt mir einfach zu oft ein Wettbewerb dazwischen, für den ich mal eben schnell was schreiben will, was dann doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht, auch wenn es „doch nur was Kurzes“ ist.


Nun, da das erledigt ist: Herzlich willkommen!

Image by Susan Cipriano from Pixabay

Fürs neue Jahr gilt also:

  • Meinen ersten Roman überarbeiten
  • Leipziger Buchmesse
  • Forentreffen
  • Ab und zu eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung
  • Mehr Energie in Werbung stecken
  • Zwei Ruhetage pro Woche
  • Meinen zweiten Roman ausarbeiten

Da ich auch noch einige Zeit ins Networking stecke (Stammtische und so), muss ich mal schauen, wie ich mit allem zurechtkomme. Einen konkreten Plan, wie es hier im Blog weitergeht, habe ich noch nicht. Ich bleibe aber auf jeden Fall am Ball. Es wird weiterhin mit Büchern und mit meinem Schreiben zu tun haben. ;)

Vom Weihnachtsfloh und kurzen Geschichten für die großen Kinder

Vom Weihnachtsfloh und kurzen Geschichten für die großen Kinder

Da den Auftakt eine umfangreiche Weihnachtsgeschichte bildet, passt das Video auch gut zu Nikolaus. Die folgenden Geschichten sind nicht unbedingt für Kinder geeignet. Schließlich sollte es ja gruselig sein. Besonders gruselig finde ich allerdings meine Stimme. -.-

15:08 Mario Bartling – Der kleine Floh
53:08 Ingo S. Anders – Für immer
1:03:23 Alexander Hörl – Tränen eines Monsters
1:26:30 Ingo S. Anders – Irre gesund
1:36:26 Grit Stange – Gefangen
1:56:09 Ingo S. Anders – Herr Otto Mayer
1:59:34 Ingo S. Anders – Tschüss.

Vielen Dank an die Brennenden Buchstaben, an Kueperpunk Korhonen für die Moderation und Barlok Barbosa für die Kulissen sowie an das Publikum „vor Ort“.  Es hat großen Spaß gemacht, live dabei zu sein! 

Die Grüne Schleife

Die Grüne Schleife

Ist euch mal auf meiner Über-mich-Seite die Grüne Schleife an meiner Jacke aufgefallen und ihr habt euch gefragt, was sie bedeutet? Da heute der Welttag für seelische Gesundheit ist, erkläre ich es euch:

Damit könnt ihr ausdrücken, dass ihr euch solidarisch zeigt mit Menschen mit psychischen Erkrankungen. Da jeder Dritte davon betroffen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihr wirklich niemanden kennt, der noch nie psychisch erkrankt ist. Es wird höchstens nicht darüber gesprochen.
Und genau das ist das Problem: Durch die Tabuisierung leiden wir doppelt, viele fressen ihren Kummer in sich hinein anstatt sich Freunden anzuvertrauen und genau das ist häufig wiederum krisenauslösend oder -verschärfend. Zudem können wir keinen Schritt in Richtung Entstigmatisierung machen, wenn wir nicht darüber sprechen.

„Ich bin nicht Dein Therapeut.“
„Du brauchst professionelle Hilfe!“

Wie oft habe ich das gehört? Oft aus eigener Überforderung heraus wurde ich von meinen Mitmenschen abgewiesen, am Arbeitsplatz und im Privatleben. Dabei erwarte ich doch keine Wunderwerke, einfach nur ruhig und gelassen zuhören in einem Moment emotionaler Aufgelöstheit reicht oft schon aus. Das ist unglaublich wichtig zur Vorbeugung.

„Soziale Kontakte sind überaus wichtig.“

Das bekam ich von den „professionellen Helfern“ immer wieder zu hören.
Natürlich müssen auch Angehörige psychisch kranker Menschen sich selbst schützen und dazu gehört, sich nicht zur Seelenschutthalde machen zu lassen. Da die Grenze zu ziehen ist oft schwierig, das gebe ich zu.

„Nur wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du anderen helfen.“

Der Selbstschutz geht immer vor, wie auch bei beruflichen Rettern etwa bei der Feuerwehr. Mich selbst betrifft das ja auch, wenn ich in der Rolle des Angehörigen bin. Ich kenne beide Seiten.
Meiner Erfahrung nach ist es jedoch so, dass ich erst langsam lernen musste, dass ich willkommen bin, auch wenn es mir nicht gut geht. Erst dieses Wissen hat mich dazu befähigt, mir frühzeitig Hilfe zu suchen. Komme ich früh genug mit meinen Problemchen, reicht das Ohr eines Freundes aus. Denn es steht bei mir die Bewältigung meines Alltags im Vordergrund.

„Bei der Bewältigung des Alltags helfen soziale Kontakte – wie bei Gesunden auch.“

Ich erwarte nicht, dass meine Kolleg:innen und Freunde traumatherapeutisch mit mir arbeiten, sich meine ganze Lebensgeschichte anhören oder rund um die Uhr für mich da sind. Ich will nicht wie ein rohes Ei behandelt werden und ich scheiß auf Mitleid.

Mitleid hilft niemandem. Mitgefühl schon.

Mir ist nur wichtig zu wissen, dass es okay ist, auch mal Befürchtungen zu äußern, mein Buch könne zerrissen werden oder was mir sonst so im Kopf rumspukt. Ich erwarte aber, dass ich mit demselben Respekt behandelt werde wie Menschen ohne psychische Probleme.

„Mach Dir nicht so viele Gedanken.“

Aber gern. Noch eine Runde Pillen, bitte!

Spaß beiseite. Ich wünsche mir, dass wir einen Schritt aufeinander zu machen. Füreinander da sind. Einander zuhören. Das ist wichtig, damit nicht nur Einzelne, sondern unsere Gesellschaft auch auf systemischer Ebene genesen kann.

Eine solche Grüne Schleife könnt ihr beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit bekommen. Vielleicht wird sie euch aber auch dieser Tage irgendwo in der Fußgängerzone in die Hand gedrückt, so wie mir damals.

Jetzt überall erhältlich! Tobaksplitter – Facetten meiner Persönlichkeit

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Achtung, Trigger!

Von der Psychiatrie durch menschliche Abgründe über Transsexualität bis hin zu Kindheitserinnerungen: Durch diese Sammlung kurzer Geschichten zieht sich ein roter Faden. Je mehr man von ihnen liest, desto näher kommt man dem Wesen des Autors. Diese Texte und Fragmente, ob erfunden oder wahr, sind nicht stromlinienförmig, sie sind nicht artig, sondern eigen und auf ihre Art anders.
Splitter für Splitter zeigen sie ein Bild von Ingo S. Anders.

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Kurztrip nach Cuxhaven

Kurztrip nach Cuxhaven

Noch ein letztes Mal Urlaub, bevor es endgültig in die Selbständigkeit geht. Ich wollte schon eine ganze Weile mal wieder ans Meer, konnte mich aber nicht dazu aufraffen, mein Nest zu verlassen. Doch ein Tapetenwechsel war dringend nötig.

Ich kam also an den Strand in freudiger Erwartung der Brandung und wer war nicht da? Das Meer! Also es war schon da, aber eben bei Ebbe. Wattenmeer hat das so an sich. Die Nordsee so nah an der Mündung der Elbe hat offenbar nur sehr kurz Hochwasser und dann scheint alles die Elbe hoch nach Hamburg zu fließen, denn wir spüren die Tide ja selbst da noch.
Meine erste Amtshandlung war neben pflichtschuldigster tourimäßiger Knipserei ein Gewaltmarsch am Strand entlang, um im nächsten Ortsteil nach einem Restaurant zu suchen. Die Dünen haben mich an meine Kindheit erinnert; wir fuhren regelmäßig nach Skagen in Dänemark, dort gab es sie auch.
In Duhnen steppte dann auch wirklich der Bär, in Döse ging es vergleichsweise ruhig zu. Es war eine Herausforderung, einen Tisch zu bekommen, da man vielerorts reservieren musste. Das war auch der Grund, warum ich nicht im Hotel zu Abend essen konnte, was ich liebend gern getan hätte. Mein Impfnachweis wurde auch ausschließlich dort verlangt.
Nachts konnte ich vor lauter Aufregung ob all der neuen Eindrücke nicht schlafen und war also am nächsten Tag morgens früh wach und konnte mich zu einer Dame in den winzigen Pool quetschen, um dort „mit Abstand“ zu schwimmen.
Diesmal kaufte ich mir ein Tagesticket für den Bus und fuhr kreuz und quer durch die Stadt, um mir die Innenstadt anzusehen, noch mal durch die Fußgängerzone in Duhnen zu schlendern und mir nach einer frittierten Scholle eine Eisschokolade zu genehmigen sowie die Kugelbake zu knipsen. Überhaupt habe ich etliche Fotos gemacht, um mein Buch in Szene zu setzen, was mir schon ein wenig wie Arbeiten vorkam. Ob ich diese tatsächlich alle zu Werbezwecken einsetzen werde, weiß ich noch nicht. Ich möchte auch bezweifeln, dass ich diese Workation in irgendeiner Form als Dienstreise absetzen kann.
Nach einem Mittagsschlaf habe ich, dem Tidenkalender sei Dank, auch das Meer bei Flut gesehen:

Cuxhaven am Strand

Um mich auch noch in der Sauna zu erholen, war ich dann zu erschöpft vor lauter Urlaub.

Am dritten Tag war ich froh, wieder nach Hause fahren zu können mit der freudigen Aussicht, mich an meinen Schreibtisch zu kuscheln.
Natürlich ließ ich es mir nicht nehmen, meinen Zug knapp zu verpassen, weil der Automat nicht ordnungsgemäß funktionierte und ich den anderen nehmen musste. Deshalb sah ich mich gezwungen, drei Mängelexemplare vom Grabbeltisch mitzunehmen. Irgendwie musste ich die Stunde Wartezeit ja rumbringen.
Wie andere Leute das alles während eines Tagesausflugs schaffen, ist mir schleierhaft.