Über mich

Es gab einen verhängnisvollen Aufsatz, den ich im Grundschulalter über die Winterferien schreiben durfte.

Ingo S. Anders mit Hut

Bild: PicturePeople, Hamburg

Ich kritzelte voller Begeisterung fünf DIN-A5-Seiten in meiner Kinderkrakelschrift über den Weihnachtsmann, Wichtel und Rentiere, doch in der Schule durfte ich meine Geschichte nicht zu Ende vorlesen – die Leehrkraft unterbrach mich rüde mit der Behauptung, ich hätte aus einem Buch abgeschrieben.
Das machte meine Mutter so wütend, dass sie mein Werk ohne mein Wissen an unsere Tageszeitung schickte, wo es im darauffolgenden Advent neben den Weihnachtsgeschichten anderer Kinder abgedruckt wurde. So geriet ich unschuldig in die Situation, ein veröffentlichter Autor zu sein.

Da es sich beim Schreiben aber um eine brotlose Kunst handelt, ging auch bei mir zunächst der Broterwerb vor, doch mit Mitte zwanzig platzte irgendwo in mir das Tintenfass. Ich schlug mir die Nächte um die Ohren, um zu schreiben, und konnte einfach nicht aufhören. Es entstanden unzählige Kurzgeschichten und auch Lyrisches, manche Werke mag ich heute noch sehr.

Im Hotel, anlässlich des Fernsehauftritts einer Freundin

Bild: privat

Irgendwann reichte es mir nicht mehr, meine Ergüsse brühwarm an den Leser zu bringen. Ich wollte mich mit anderen Schreibenden messen und nahm an Schreibwettbewerben teil.

Ich wollte wissen, ob ich druckreif schreibe. Diesmal fragte ich  die Regionalzeitung selbst an und ja – ich wurde gedruckt und erhielt sogar ein Honorar.
Unterdessen gewann ich einen der Wettbewerbe und las in Innsbruck. War das aufregend! Wieder erhielt ich ein Honorar – ein Jahreseinkommen von 100 Euro, Wahnsinn!

Nun formte sich so langsam der Wunsch, auch einmal ein Buch zu schreiben. Ich stürzte mich ins Selbststudium des Schreibhandwerks und fand im Schreib-Forum tapfere Feedbackgeber, denen ich so viel zu verdanken habe und gar nicht genug zurückgeben kann.
Auch wenn ich handwerklich noch lange nicht perfekt bin, so finde ich doch immer ausreichend Motivation, bei der Stange zu bleiben und habe inzwischen den Langstreckensieg geschafft: Ich habe die Rohfassung meines ersten Romans abgeschlossen.


Schreiben heißt, sich selber lesen.

(Max Frisch)


Manchmal führe ich auch Selbstgespräche, ohne dabei mitzuschreiben. Oder ich nutze Tarotkarten. Oder ich male oder plastiziere. Alles dies stärkt den Kontakt zu meiner Intuition und hilft mir, meinem Herzen zu folgen.

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