Exposés, Recherche, Networking, Bloggen …

Exposés, Recherche, Networking, Bloggen …

Liebe Leute, wann findet ihr Zeit zum Schreiben? Diejenigen, die noch einen Brotberuf haben und Kinder …
Ich gebe zu, ich prokrastiniere etwas. Irgendwie bin ich noch nicht ganz an den Figuren und damit an der Geschichte dran.

Um für eine meiner Figuren zu recherchieren, habe ich mich in einem Forum angemeldet und dort auch schon Antworten gefunden, aber wie das so ist: Mein Unwissen vergrößert sich mit zunehmendem Wissen. Ab und an bin ich also in diesem Forum unterwegs, zusätzlich zu den anderen, in denen ich mein Unwesen treibe.
Nebenbei läuft eigentlich immer Discord, weil ich einen eigenen Server betreibe, der zum Schreib-Forum gehört. Dort bin ich jetzt auch auf einem weiteren, auf dem einige Schreibgruppen entstehen. Darüber habe ich auch schon Recherchefragen beantwortet bekommen.

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, bin ich jetzt auch neu auf Instagram und arbeite mich da noch ein. Mit den Hashtags bin ich noch ziemlich überfordert, aber das wird schon noch. Ich finde es wirklich lästig, für jeden Beitrag ein Foto machen zu müssen, denn ich bin ein lausiger Fotograf. Aber da habe ich auch schon Ideen, wie ich mir da etwas bastel.
Tja, und nachdem die SGZ-Aktion zu Ende war, hatte ich erst mal überhaupt keine Ahnung, wie ich da jetzt weitermachen will mit den Blogs und Instagram. Zuerst dachte ich, ich blogge in der Schreibkommune für Schreibanfänger Schreibtipps und hier eine Fortsetzungsgeschichte als konzertierte Aktion mit Anregungen aus Instagram. Dann fühlte ich mich plötzlich absolut unwürdig, Schreibtipps zu erteilen, weil ich gemerkt habe, wie wenig fortgeschritten ich selbst bin im Vergleich zu erfolgreichen Autor:innen. Und so etwas auszuarbeiten kostet wirklich Zeit. In Ermangelung besserer Ideen werde ich aber an dieser festhalten. Einmal im Monat zu posten sollte jedoch auch reichen, was die Schreibkommune angeht.

Weil ich auch mit dem aktuellen Roman so auf der Stelle trat, habe ich dann, um nicht gar nichts zu machen, meine Exposés überarbeitet. Das erste Feedback, das ich dazu (Der Genesungsbegleiter) erhalten habe, stimmt mich nun nicht freudig, allenfalls erneut überarbeitungswütig.
Und zwar überlege ich, das Manuskript tatsächlich zu trennen in Ratgeber und Roman, da ich das nun zum zweiten Mal gehört habe, ich solle mich entscheiden zwischen Lehrbuch und Liebesroman oder Entwicklungsroman. Beim ersten Mal waren die Grundlage lediglich der Arbeitstitel und die ersten drei Kapitel.
Die Alternative wäre, drauf zu scheißen und ganz bewusst so ins Selfpublishing zu gehen. Auch zu einer Kurzgeschichte habe ich mal Rückmeldung dahingehend bekommen, das passe so zwar in ein Sachbuch, aber nicht in einen Roman, weil zu viel erklärt wurde. Ich muss zugeben, ich bin tatsächlich so an den Text rangegangen. Ich wollte beides miteinander verbinden: Unterhaltung und Öffentlichkeitsarbeit. In beiden Fällen.

Jetzt ist wohl eine Grundsatzentscheidung fällig. Genre oder Mix, Verlag oder Selfpublishing. Oder doch in die Rundablage und die Zeit als Lehrzeit abhaken?

Making of: Der Genesungsbegleiter – Ver-rückt vor Liebe

Making of: Der Genesungsbegleiter – Ver-rückt vor Liebe

Ich habe euch schon erzählt, dass ich derzeit an zwei Romanprojekten arbeite. Den Anfang macht mein Erstling, an dem ich schon seit drei Jahren schreibe. Es geht in die Psychiatrie.

Worum geht es in der Geschichte?
Durch den Verlust ihres Vaters wird Lena depressiv. In der »Klinik am Baum« lernt Lena den bipolaren Genesungsbegleiter Mark kennen. Zwischen ihnen knistert es und sie kommen sich auf der Bank an der alten Eiche näher als sie sollten …

Warum schreibe gerade ich diese Geschichte?
Ich bin selbst EX-IN-zertifizierter Genesungsbegleiter. Das bedeutet, ich habe während meiner Ausbildung selbst zwei Praktika gemacht, ein Schnupperpraktikum und ein sogenanntes Vertiefungspraktikum.

Warum brauche ich so lange?
Es ist tatsächlich so, dass ich die erste Hälfte der Geschichte während zweieinhalb Jahren geschrieben habe. Darin enthalten war ein Dreivierteljahr, in dem ich gar nicht geschrieben habe. Ich brauchte einfach etwas Abstand von der ganzen Schreiberei. Während dieser Zeit habe ich all das neue Wissen zum Schreibhandwerk verdaut. Dann habe ich während des NaNoWriMo 2020 nur drei Wochen gebraucht, um die zweite Hälfte runterzuschreiben. Die war dann schon völlig ausgereift in meinem Kopf, wartete nur darauf, erzählt zu werden, und sprudelte nur so heraus!
Damit war dann die Rohfassung endlich fertig. Jetzt muss ich das ganze noch »richtig« überarbeiten, deshalb ruht der Text. Und weil ich auch das Überarbeiten noch erlerne, wird sicher noch einiges Wasser Elbe und Rhein herunterfließen …

Mit Abstand in die Überarbeitung
Ich freue mich schon, Mark und Lena wiederzubegegnen, wenn ich die Augen eines Lesers habe und mich freue, was ich da Tolles geschrieben habe und darüber stöhne, was ich noch alles verbessern muss. ;)

Lena und Mark unter der alten Eiche.

Das Bild hat Tobias Stein mir gezeichnet, weil ich ihn bei seinem Comicbuch unterstütze, indem ich ab und an auf seine Texte schaue. Ist das nicht toll?

Aber keine Sorge: Das wird nicht das Cover! Es macht mir nur die Figuren greifbarer und hilft mir, dranzubleiben. :)

Fazit SGZ-Aktion

Fazit SGZ-Aktion

Tschakka!
Ich bin stolz, dass ich das geschafft habe!
Mein Ziel war ursprünglich, an hundert aufeinanderfolgenden Tagen jeden Morgen eine Geschichte zu schreiben. So ganz gelungen ist mir das nicht. Es kam zu sieben Lücken, was mich sehr frustriert hat, und ich habe sogar schon im Januar das erste Mal ans Aufgeben gedacht, weil ich einmal nicht liefern konnte. Ich bin aber froh, dass ich am Ball geblieben bin! Das habe ich nur erreichen können, weil ich meinen Anspruch etwas nach unten korrigiert habe. Die Bahn strebt auch nie 100% Pünktlichkeit an, nur 95% – die wissen, dass Perfektion ein Ding der Unmöglichkeit ist.
Ich habe mir also zunächst etwas Mut zur Lücke zugestanden und dann habe ich nicht weiter daran festgehalten, morgens als erstes diese Schreibübung durchzuführen. Ich glaube, das erste Mal kam mir tatsächlich ein Arztbesuch in die Quere. Und dann habe ich überdacht, ob das weiterhin Sinn macht, an dieser Reihenfolge festzuhalten. Mein Roman sollte mir doch eigentlich wichtiger sein als diese Geschichten fürs Blog und der war mir ins Hintertreffen geraten, ohne dass ich genau sagen konnte warum. Doch dazu später mehr.

Dumm gelaufen
Ich habe mir mit meinen Geschichten in dieser Dichte selbst Konkurrenz gemacht. Selbst meine Stammleser haben nicht die Zeit gefunden, alles zu lesen. Ich hätte locker eine Geschichte pro Woche veröffentlichen können oder sogar eine pro Monat, um das Blog am Laufen zu halten. Dann hätte ich für Monate oder Jahre ausgesorgt gehabt. Klar, die laufen natürlich nicht weg, aber ich verliere die Positionierung im Reader.
Künftig mache ich von der Funktion Gebrauch, Beiträge zu planen.

Insgesamt
Ich würde es wieder tun. Es hat Spaß gemacht! :D
Und ich habe in kurzer Zeit jede Menge tollen unnützen Content generiert.

Frohes Neues!

Ich bin wieder da.

Das habe ich manchmal, dass ich für eine Weile abtauche und eines schönen Tages aus meinem Winterschlaf aufwache. Ich brauche das, dieses Alleinsein bis hin zur Einsamkeit, um wieder Hunger nach dem Leben zu bekommen.
Das vergangene Jahr hat mich diesbezüglich aus dem Takt gebracht. Wie uns alle wohl.

2020 sollte mein Jahr werden. Ich habe mir eine anständige Schreibsoftware gekauft, die mir geholfen hat, meinen Roman zu überblicken.
Zudem hatte ich mir vorgenommen, jetzt endlich mal in einer Anthologie veröffentlicht zu werden. Ich nahm an diversen Wettbewerben teil und schaffte es in der Sparte Queer mit »Freiwillig schwul werden?« auf die Longlist des Berliner Literaturpreises »Wortrandale 2020«. Mein größter Erfolg dabei war, dies auch als Erfolg anzuerkennen.
Im November ist es mir gelungen, die Rohfassung meines ersten Romans abzuschließen. Ich war nach drei Jahren bei der Hälfte und dann habe ich innerhalb von drei Wochen – NaNoWriMo lässt grüßen – den Rest runtergetippt. Ich war total von den Socken, als ich mich mehr als 10.000 Anschläge pro Tag tippen sah.
Bis auf Weiteres befindet sich das Manuskript in der Überarbeitung. Erst ruht es eine Weile. Da brauche ich wohl auch noch Zeit, bis ich den Bogen raus habe, wie man das macht und wo meine Schwächen liegen, die ich ausbügeln muss.

Für 2021 habe ich mir vorgenommen, daran anzuknüpfen, im Idealfall noch eins draufzusetzen:

  1. Meinen zweiten Roman runterschreiben.
  2. Meinen ersten Roman überarbeiten.
  3. Aktion »100 Geschichten in 100 Tagen« im Blog starten.

Was es mit der Aktion auf sich hat, erzähle ich dann beim nächsten Mal.

Möge 2021 uns allen nur das Beste bringen!