Bild zur Geschichte im Juni

Bild zur Geschichte im Juni

Moin!

Jeweils am 1. eines Monats findet ihr an dieser Stelle ein Bild, das euch dazu auffordert, eine Geschichte zum Bild zu schreiben.
Entstandene Geschichten reblogge ich gerne oder poste sie als Gastbeiträge.

Euer Ingo S. Anders

Vorderseite einer Visitenkarte. Links ein Foto eines bärtigen Brillenträgers in kariertem Hemd vor schwarzem Grund. Rechts schwarze Schrift auf weißem Grund: Ingo S. Anders. Ingo schreibt anders. Unten rechts in der Ecke eine Schildkröte, auf deren Panzer ein Vogel sitzt.

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Juni 2027: Die erste Hamburger Buchmesse namens HamBuM

Juni 2027: Die erste Hamburger Buchmesse namens HamBuM

Noch bis zum 30.06.2026 könnt ihr euch bewerben als Ausstellende für den 12./13. Juni 2027 bei der ersten HamBuM in Hamburg-Schnelsen.

Im ersten Schwung der Begeisterung sah ich mich selbst schon dort sitzen, beim Meet & Greet Autogramme geben und nach meiner Lesung im Applaus schwelgen. Und vielleicht würde ja auch die Kasse klingeln, wenn ich mit einem druckfrischen Roman aufwarte? Einem Roman! Endlich mal mehr als „nur“ Kurzgeschichten. Das, was die Lesenden erwarten.

Und dann dachte ich daran, was die queere Buchmesse in Essen für ein Reinfall gewesen war. Niemand im Publikum bei der Lesung. Ganze 2 verkaufte Bücher. Eine Woche danach der große Crash und ab in die Pflegebedürftigkeit. So etwas riskiere ich nicht noch mal.

Vor allem: Erholt habe ich mich ja nicht sehr seitdem und müsste tief in die Tasche langen, um überhaupt stundenweise vor Ort sein zu können. Das rechnet sich in keiner Weise und frustriert wäre ich ja ebenfalls, wenn mein Luftschloss in sich zusammenfällt.

Das Schlimmste wäre aber, wenn mein Buch zum Zeitpunkt der Messe noch gar nicht fertig wäre. :o

Ich würde mir aber richtig doll wünschen, dass es eine richtig starke Beteiligung queerer Autor:innen bzw. eine große Auswahl an queerer Lektüre bei der HamBuM gibt. Vielleicht geht es mir ja nächstes Jahr gut genug, um einmal über die Messe zu rollen.

Euer Ingo S. Anders

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IDAHOBITA 2026: Mit Rollstuhl schwierig, mit ME unmöglich

IDAHOBITA 2026: Mit Rollstuhl schwierig, mit ME unmöglich

Gerne wäre ich heute auf dem Hamburger Rathausmarkt dabei und würde mit den anderen zusammen ein Pappschild hochhalten.
Um Präsenz zu zeigen, ein Zeichen gegen Rechts zu setzen. Um mich als queeren Behinderten zu zeigen.
(Was ich ohnehin jeden Tag tue, an dem ich es nach draußen schaffe.)

Die Pappe hochhalten wäre für mich schon so anstrengend, dass ich die folgende Woche Schmerzen und zusätzliche Einschränkungen hätte. Den Veranstaltungsort aufzusuchen, das ist für mich ein Ding der Unmöglichkeit.
Weil ich nicht nur wegen des Rollis über Dammtor fahren muss, sondern auch noch im Augenblick Schienenersatzverkehr ist. Dadurch wären es nicht nur zwei Stunden für die einfache Strecke, sondern noch zusätzlich zweimal Umsteigen und unzählige Busse, die mich stehen lassen, weil sich zig Leute vordrängeln und der Fahrer endgenervt ist. Das packe ich nicht.

Würde ich das Geld für einen Behindertentransportwagen zur Innenstadt in die Hand nehmen (dreistellige Summe, das Geld fehlt dann für Medikamente, Heilbehandlungen, Assistenz und Pflege), dann könnte ich dennoch den Rest der Woche mein Zimmer nicht verlassen. Ist es das wert?

Was ist die Alternative? Weiter dabei zusehen, wie die Gelder für queere Projekte gestrichen werden, wie Rechte behinderter Menschen mit Füßen getreten werden?
Bin ich zu anderer Form des Protestes gezwungen? Vielleicht. Ich gebe mein Bestes, indem ich mich beim queerhandicap e.V. einbringe.

Ich finde es wenig überraschend, dass ich auf queeren Kanälen fast ausschließlich höre, dass Rechte queerer Menschen beschnitten werden und queere Projekte eingestampft werden müssen, aber nichts von der Eingliederungshilfe, die gekürzt werden soll, was Behinderte massiv in ihrer Alltagsgestaltung beschneidet.

Andersherum höre ich unter Behinderten natürlich eher, dass die Mittel, die Selbstbestimmung ermöglichen sollen, bald nicht mehr zur Verfügung stehen könnten, während dagegen untergeht, dass die Gruppen, die man mit deren Hilfe vielleicht hätte aufsuchen wollen, sich dann auflösen werden, weil die Träger keine Kohle mehr bekommen.

Von queeren Behinderten höre ich überwiegend, dass man sich ausgeschlossen fühlt – ich bin bei sowas ja immun, ich merke ja nicht mal, dass ich gemobbt werde, wenn ich unter Schlägen und Tritten gekrümmt am Boden liege – aber von einem Ziehen am selben Strang merke ich nichts. Höchstens wie beim Tauziehen, jeder in seine eigene Richtung.

„Politik ist ein Verteilungsstreit“, hörte ich neulich. Ja, das erklärt einiges. Zum Streiten hab ich keine Löffel.

Aber ich hab ein virtuelles buntes Päppchen für euch:

Macht euch einen bunten Tag. Mit oder ohne Päppchen hochhalten.

Euer Ingo S. Anders

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Internationaler ME-Awareness-Tag

Internationaler ME-Awareness-Tag

Der 12. Mai ist der Internationale ME-Awareness-Tag.

Zum 5. Mai, dem Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, habe ich einen zugegebenermaßen müden Beitrag veröffentlicht, in dem ich versucht habe, auf meine speziellen Einschränkungen als queerer Behinderter mit ME einzugehen.

Ein Ausdruck davon wurde bei den Liegenddemos ausgehängt, so dass ich dort dabei sein konnte, auch wenn es mir zu schlecht ging, den Demonstrationsort aufzusuchen. Eigentlich hatte ich gedacht, ich könnte es schaffen. Leider habe ich mich am Freitag übernommen und so war ich am Samstag zu erschöpft und habe viel Zeit im Bett verbracht.

Ich habe wirklich das Gefühl, dass mir meine verbleibende Lebenszeit zwischen den Fingern zerrinnt.
Wenn ich wach bin, kann ich mich kaum konzentrieren und habe keinen Antrieb. Den Rest der Zeit verschlafe ich.
Am Muttertag hab ich dreimal dran gedacht, dass Muttertag ist, aber ich war wie gelähmt und nicht in der Lage, Kontakt zu meiner Mutter aufzunehmen und hätte auch nicht gewusst, was ich sagen soll.

Vor der Medikamentenumstellung war ich unternehmungslustig und fühlte mich fit, machte Pläne und musste mich aktiv sehr am Riemen reißen, mich nicht ständig zu übernehmen und wieder in die PEM zu rauschen. Dazu hatte ich Halluzinationen und Wahnvorstellungen unklarer Ursache.
Ich weiß nicht, was besser ist.

Ich würde mir wünschen, es gäbe wirksame Medikamente, die zumindest das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten.
Eine PEM-Prophylaxe wäre super, dann wäre da nicht ständig die Angst, zu viel zu machen. Ich könnte mich endlich wieder frei bewegen.

Euer Ingo S. Anders

https://ingoschreibtanders.blog/me-bzw-me-cfs/
https://me-cfs.net/
https://www.mecfs.de/
https://sgme.ch/
https://www.fatigatio.de/
https://www.millionsmissing.de/#gsc.tab=0

Blogger:innen gesucht!

Blogger:innen gesucht!

Liest du ebooks?

Magst du Near Future Science Fiction?

Schreckst du vor Horror nicht zurück?

Interessiert dich das Thema Pflege?

Scheust du auch die Konfrontation mit ME/CFS nicht?

Dann melde dich bei mir, bitte direkt per Mail an ingoschreibtanders@web.de.

Nein, schiel nicht auf den SUB – es ist nur was Kurzes für Zwischendurch!
Eine kurze Geschichte.
Aber lies sie vielleicht besser gleich nach dem Aufstehen …

Du darfst mich mit einer Vorabrezi unterstützen, für die ein kleiner Account und ein Dreizeiler bereits ausreicht.
Du brauchst keinen „richtigen Blog“ mit eigener Webseite, aber ich freue mich natürlich sehr darüber.

Euer Ingo S. Anders

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