Meine Antho ist aus dem Lektorat zurück

Meine Antho ist aus dem Lektorat zurück

Ihr Lieben, es gibt tolle Neuigkeiten!
Meine Sammlung kurzer Geschichten, die bisher unter dem Arbeitstitel Harter Tobak läuft, ist fertig lektoriert und ich habe die Änderungen auch bereits eingearbeitet.
Ich musste nicht lange überlegen, um mich dazu zu entscheiden, das Buch bei Books on Demand im Format 12×19 zu veröffentlichen.

Über Nacht habe ich gesetzt und ich hoffe, ich habe keine Fehler gemacht. -.-
Zum Glück kenne ich jemanden, der sich damit auskennt. Der bindet sogar Bücher mit der Hand aus lauter Spaß an der Freud! Vielleicht kann ich ihn dazu motivieren, einen prüfenden Blick auf mein Manuskript zu werfen.

Jetzt habe ich so einen Ungeduldigkeitsschub, aber ich weiß ganz genau, dass ich jetzt nicht auf den letzten Metern noch in Sprint verfallen darf, sonst gibt es Flüchtigkeitsfehler und andere falsche Entscheidungen.

Wenn ich das richtig verstanden habe, muss ich erst bei BoD den Vertrag abschließen und bekomme dann von denen die ISBN und den Barcode, der wiederum fürs Coverdesign wichtig ist und da eingebaut werden muss. Es ist also nicht zu früh, jetzt jemanden damit zu beauftragen.^^
Das fertige Cover und die Schutzhülle muss ich dann zusammen mit meinem Manuskript als pdf-Dokument hochladen und allerlei Angaben machen. Wo der Klappentext hinkommt, ahne ich bereits, aber was für Schlagworte ich angegeben soll, ist mir schleierhaft. Da muss ich mal jemanden fragen, der schon bei BoD veröffentlicht hat.

Ich habe mich für ein Cover entschieden, um das ich schon wochenlang rumgeschlichen bin. Auch da habe ich Noob natürlich noch blöde Anfängerfragen.

Ich bin so aufgeregt!

Ich muss noch was beichten: Diejenigen, die von Anbeginn an mein Blog verfolgen oder sich aus anderen Gründen damals auf der Seite umgesehen haben, dürften die eine oder andere Geschichte wiedererkennen. Es sind nicht alles Weltpremieren. Aber es ist auch viel bisher Unveröffentlichtes dabei!

Nachbarschaftshilfe Hochwasser 2021

Nachbarschaftshilfe Hochwasser 2021

Bitte keine weiteren Helfer in die Katastrophengebiete!

Hotlines

Hotline für psychosoziale Unterstützung: 0800 001 0218, Quelle: https://www.volksfreund.de/region/eifel-trier-wer-nach-dem-hochwasser-jetzt-hilfe-anbietet_aid-61427353

BDP Hochwasser Hotline, Psychologische Akuthilfe 0800 7772244, Quelle: https://www.instagram.com/p/CRhNLHhHcvC/?utm_source=ig_web_copy_link

Angehörige über Hotline der Polizei suchen: 0800-6565651
Kreisverwaltung Ahrweiler: Hotline für Hilfswillige 02641 975900 oder per Mail hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de
Kreisverwaltung Ahrweiler: Hotline zur Beratung von Kindern, Familien, Senioren oder zur Notbetreuung 02641 975 950
Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/warum-das-hochwasser-in-eifel-so-katastrophal-100.html

Liste mit Telefonnummern von Ansprechpartner:innen für Aachen, Ahrweiler, Euskirchen, Hagen, Hückeswagen, Solingen im Bergischen Land, Wuppertal und Bild hilft bei der Vermisstensuche: https://www.bild.de/ratgeber/2021/ratgeber/hochwasser-in-deutschland-hier-bekommen-sie-schnelle-hilfe-77099938.bild.html

So könnt ihr helfen:

Bitte keine Sachspenden mehr, die Lager sind voll!

Spendenkonten

Spenden für Betroffene der Buchbranche: https://main-verlag.de/flutopferhilfe/

Aktion Deutschland hilft: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/spenden/spenden/?fb_item_id=40824651

ICH HABE NUR LINKS ZUSAMMENGESTELLT UND BIN FÜR DEREN INHALTE NICHT VERANTWORTLICH.

KEINE GEWÄHR FÜR RICHTIGKEIT/AKTUALITÄT!!!

Montagsroman -6-

Montagsroman -6-

»Was glotzt ihr alle so dämlich?«, grummelte Erwin. »Pause ist vorbei.« Er nahm seinen Kopf unter den Arm und schritt von dannen.

ENDE


Fazit

Mir hat es großen Spaß gemacht, bis ich gemerkt habe, dass die Leser:innen nicht mitziehen, was den Input angeht. Das fand ich etwas schade, hatte aber offenbar zu hohe Erwartungen.

Ich habe kürzlich in einem Seminar die Nielsen-Regel kennengelernt. Nach der bleiben 90% der Leser:innen in Social Media passiv, 10% reagieren auf Content in Form von Likes und Kommentaren und nur 1% wird selbst aktiv und stellt Content bereit. Das kann ich gar nicht glauben, so voll wie das Netz ist. *lach

Ginge es nur ums Blog, könnte ich sicher noch ne Weile alleine weitermachen, aber da ich das auch bei Insta live poste und Montag mein Ruhetag ist … das ist mir zu anstrengend, mich da terminlich zu binden. Wie das funktioniert, dort Beiträge zu planen, habe ich noch nicht so ganz raus.

Und solcher Trash ist ehrlich gesagt nicht unbedingt das beste Aushängeschild für meine Künste. *hust
Dieser Montagsroman ist ja noch ne Schublade tiefer als die SGZs. xD
Deshalb ist hier an dieser Stelle Ende im Gelände.

Über eure Likes habe ich mich sehr gefreut. :)

#monthofdisability

#monthofdisability

In New York wird diesen Monat Disability Pride gefeiert – warum nicht auch hier?

Ich habe euch schon erzählt, dass ich wie Mark aus meinem in Arbeit befindlichen Roman »Der Genesungsbegleiter« eine bipolare Störung habe, aber noch nicht, was es für mich im Alltag bedeutet, mit dieser Erkrankung zu leben.

Da es sich bei der bipolaren Störung um eine chronische psychische Erkrankung handelt und meine Beschwerden sich voraussichtlich nicht bessern werden, hatte ich beantragt, eine Schwerbehinderung feststellen zu lassen. Mein Grad der Behinderung war anfangs nur 30, dann 70 und jetzt, da ich den Ausweis unbefristet habe, beträgt der GdB 50.

Die Rente wegen voller Erwerbsminderung ist gerade um drei Jahre verlängert worden. Ich kann also jetzt erst mal den Fokus wieder auf meine Ressourcen richten und muss erst beim nächsten Antrag auf Verlängerung wieder überlegen, was meine Einschränkungen sind.

Jetzt könnte man natürlich meinen, ich habe ja den ganzen Tag Zeit. Effektiv nutzen kann ich sie leider nicht so, wie ich das gern würde. Keinesfalls zuverlässig. Oft kann ich mich nicht gut konzentrieren, an manchen Tagen überhaupt nicht. Ich brauche viele Pausen. Ich denke langsamer, das macht sich in Gesprächen bemerkbar, vor allem dann, wenn ich eine bewusste Entscheidung treffen muss.

Seit ich medikamentös richtig eingestellt bin, nehme ich dreimal am Tag meine Medikamente, ein Antiepileptikum zur Phasenprophylaxe (Valproat) und ein Neuroleptikum (Olanzapin), das mich abends müde machen soll. Das funktioniert leider nicht so ganz – ich werde nicht pünktlich abends müde. ;)
Wenn mich etwas sehr aufgewühlt hat, kann ich die ganze Nacht nicht schlafen, auch wenn etwas Aufregendes bevorsteht, und das kann auch nur das Weckerklingeln sein, um die Katzen zu füttern. Das setzt mich dann so unter Druck, dass ich nicht einschlafen kann. Keine Sorge, die Katzen werden dann von meiner besseren Hälfte gefüttert.
Und wenn ich dann schlafe, dann 13 Stunden, um ausgeschlafen zu sein. Früher aufzustehen fällt mir sehr schwer, ich muss schon einen triftigen Grund wie etwa einen Arzttermin haben. Dadurch wird mein Tag dann sehr kurz, falls ich es überhaupt schaffe, nach elf Stunden schon wieder zu schlafen.
Faktisch passe ich nie richtig in den 24-Std.-Rhythmus und kann nicht gut Termine vereinbaren, weil ich im Grunde nie vorher sagen kann, ob ich dann gerade tagsüber oder nachts wach bin. Also treffe ich nur sehr wenige Verabredungen und manage meinen Schlaf mithilfe von Kaffee und Schokolade so, dass es dann eben passt. Meistens bedeutet das, dass ich länger wach bleibe und sich meine Schlafenszeit so immer nach hinten verschiebt.
Tendenziell werde ich eher depressiv, wenn ich zu viel schlafe (gut in den 24-Std.-Rhythmus passe), was meist im Winter der Fall ist, und dagegen bin ich eher im Sommer kommunikativer, kontaktfreudiger und eben auch mehr wach, was leicht in Richtung Hypomanie tendiert. Dafür bin ich dann eben auch kreativer und sozial besser eingebunden.

Jeder freudenvolle Tag ist mit der Angst verbunden, wieder zu entgleisen und erneut in der geschlossenen Psychiatrie zu landen.

Aber hey, wir erinnern uns: Die gute Nachricht ist, dass ich psychisch stabil bin. Ich war seit fünf Jahren nicht mehr in der Klinik. Deshalb will meine Psychiaterin, die ich alle zwei Monate aufsuche, auch keine Experimente in der Medikation mehr machen.
(Als ich es mit Lithium versucht hatte, hat dies eine genetisch vorprogrammierte Psoriasisarthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung) bei mir ausgelöst, was ihr sehr leidtat. Ich wollte das Zeug unbedingt ausprobieren und es war auch wirklich besser als das, was ich davor hatte. Mit dieser körperlichen Erkrankung konnte ich mich vergleichsweise leicht abfinden und halte relativ strenge Diät ein, um möglichst andere Behandlungen der Haut wie Cremes etc verzichten zu können. Gelenkschmerzen habe ich nach dem ersten Schub seither nur noch gelegentlich und belastungsabhängig.)

Solange ich mir alle Freiheiten lasse, merke ich von meinen Einschränkungen kaum welche. Diese zeigen sich erst beim Versuch sozialer Teilhabe. Gehe ich zum Beispiel jeden Montag singen, dann geht das meinetwegen dreimal gut und beim vierten Mal schlafe ich um die Zeit. Dabei bin ich eigentlich ein zuverlässiger Typ und nach Möglichkeit immer dabei.
Findet die Veranstaltung per Videotelefonie in meinem Wohnzimmer statt, ist der Aufwand für mich weitaus geringer, auch weil ich den Weg zum Veranstaltungsort spare und mich nicht den ganzen Reizen unterwegs aussetze. Deshalb profitiere ich sehr von den vielen Angeboten, die es jetzt auch digital gibt. Manche davon hätte ich sonst nie wahrgenommen.
Bei Reisen handhabe ich es übrigens so, dass ich immer schon einen Tag vor dem Beginn der Veranstaltung anreise, weil ich die Nacht vor der Fahrt erwartungsgemäß nicht schlafen kann, dann schlafe ich vor Ort früh ein und kann dann ausgeschlafen starten. Den Abreisetag nutze ich für mich zum Schlafen und fahre dann erst am Tag darauf nach Hause. Das ist natürlich mit einem Mehraufwand von Zeit und Kosten verbunden. Entsprechend selten verreise ich.

Ab und zu überprüfe ich, ob es nicht inzwischen besser geht mit meinem Biorhythmus. Mein letzter Versuch war, einen 28-Std.-Tag einzuführen, um eine bessere Planbarkeit zu haben. Meine Woche hatte sich dann jede Woche um einen Tag verschoben. Das ging grandios in die Hose, ich war völlig erschöpft vom Schlafmangel. Es ist und bleibt eine zirkadiane Schlafstörung, völlig unregelmäßig.

Das mit dem Schlaf ist nicht das einzige Problem in meinem Leben, aber das, was mich im Zusammenhang mit dieser Erkrankung am meisten wurmt. Diese Unverplanbarkeit. Dieser einzelne Aspekt meines Lebens gilt nur für mich und ist nicht repräsentativ für alle mit derselben Diagnose.

Auffällig ist: Wenn ich sage, dass ich Wechselschichten schlafe und man annimmt, dass ich Wechselschichten arbeite, dann wird das akzeptiert. Lege ich offen, dass ich krank bin, hagelt es gut gemeinte Ratschläge, um die Situation, mit der ich mich durch einen jahrelangen Genesungsprozess zu akzeptieren gelernt habe, zu ändern. Das nervt! Als ob ich mir nicht genug Mühe geben würde beim Gesundwerden.

Dennoch: Bei meinem nächsten Termin bei meiner Ärztin werde ich das Thema Schlaf noch mal ansprechen. Vielleicht kann ich noch etwas ausprobieren, das ich noch nicht versucht habe.

Update 26.07.21:

Zwischenzeitlich habe ich mit meiner Ärztin noch einmal über meine Schlafstörung gesprochen. Sie hat den Verdacht einer Schlafapnoe geäußert, was ich beim HNO abklären lassen werde. Es kann also sehr gut sein, dass meine Probleme wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen etc. und vor allem dieser extrem überhöhte Schlafbedarf gar nicht auf meine psychische Erkrankung zurückzuführen ist, sondern diese das Problem nur verschärft.

Update 16.09.21:

Die HNO hat nichts festgestellt, das durch eine OP behoben werden könnte bzw. müsste.
Ich war nach einer ambulanten Polysomnographie (beim Lungenfacharzt gibt es das als Kassenleistung, beim HNO als IGeL) im Schlaflabor und hatte etliche Atemaussetzer. Mir wurde eine Schlafmaske (in meinem Fall eine Vollgesichtsmaske) verordnet. Diese wird mit einem Gerät verbunden, sodass mir in der Nacht Luft in Mund und Nase gepustet wird. Dadurch werden nicht nur die Atemaussetzer vermieden, sondern auch mein Schnarchen lässt nach oder verschwindet sogar.

Im Schlaflabor

Ja, es sieht furchtbar gruselig aus, aber es ist bequemer, als es aussieht. xD
Ich bin jetzt sehr guter Dinge, dass ich nach einer Eingewöhnungszeit erheblich an Lebensqualität hinzugewinnen werde und auch mehr vom Tag habe, mehr erlebte Lebenszeit sozusagen.

Montagsroman -5-

Montagsroman -5-

»Oh, Chef, Frau Papendieck und ich vertiefen gerade noch einmal die Kenntnisse aus der letzten Erste-Hilfe-Schulung«, stotterte Kalle und ließ Suse los.
»Bei Herrn Rahlstetter waren sie offenbar zu spät«, kommentierte Frau Siebenschmitz. »Und nennen Sie mich nicht Chef, Herr Blumfeld. Ich habe einen Namen, mit dem Sie mich bereits seit drei Jahren als Ihre Vorgesetzte ansprechen dürfen.«
»Ja, Frau Siebenschmitz.« Er trat zurück, seine Kollegin rutschte vom Tisch.
»Geht doch. Was ist das hier für eine Sauerei?«
»Na der Ventilator is runtergekommen.« Suse beschrieb den Hergang, nicht ohne ein Funkeln in den Augen.

Schwuppenplanschen pausiert

Schwuppenplanschen pausiert

Etwas zu kurz geraten
Wie soll ich sagen? Zwischenzeitlich konnte ich bei Schwuppenplanschen Richtfest feiern; die Rohfassung war zu Ende geschrieben. Leider hatte sie da gerade mal etwa 21k Wörter. Jetzt 22k, nachdem ich begonnen habe, die Szenen auszuschmücken, was ich nur höchst ungern tue. Ich tippe die Dialoge runter und am liebsten würde ich es dabei belassen. In einer Kurzgeschichte kann man das auch mal machen, aber nicht in einem Roman.
Mit dem jetzigen Umfang hat das Werk allerdings erst knapp den Umfang einer Novelle erreicht und ist weit entfernt von einem Roman – dreimal so lang sollte es werden. Nur mit ausschmücken werde ich das auch nicht mehr schaffen, denke ich. Der Mittelteil ist viel zu dünn, das Ende bisher nur skizziert.
Ich kann nun zweierlei tun: Grundlegend den Plot überarbeiten und neue Szenen einfügen oder gar eine ganze Nebenhandlung – oder mich auf eine Novelle beschränken. Ich weiß es noch nicht, aber ich tendiere dazu, den Plot auszubauen.

Die elende Überarbeitung
Ich muss zugeben, dass ich die Überarbeitung immer ziemlich vor mir herschiebe.
Irgendwie habe ich ein Problem damit, einmal hingeschriebene Zeilen noch einmal zu verändern. Wenn ich mich dransetze, um den Szenen mehr Atmosphäre zu verleihen, sehe ich wieder alles vor mir (das ich noch nicht alles hingeschrieben habe) und lese meine eigene Geschichte, anstatt sie zu überarbeiten. Ich nehme stark an, dass das ein Indiz dafür ist, dass ich sie ruhen lassen muss, bis ich so viel Abstand habe, dass ich den Text lesen kann, als sei es eine fremde Geschichte.
Wenn ich dagegen Rückmeldungen von etwa Testlesern bekomme, dann ist das kein Problem, schnell etwas zu ändern. Aber ohne diese Impulse bin ich betriebsblind, wie wohl jede:r ab einem gewissen Punkt.
Deshalb habe ich die erste Überarbeitung zunächst pausiert. Ich hoffe nur, ich schiebe sie nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vor mir her.

Ein Anflug von Größenwahn
Es hat mich mal wieder ein Wettbewerb angelacht.
Ich habe übrigens seit Anfang 2020 an 10 Wettbewerben teilgenommen und seither 8 Absagen erhalten bzw. Daten von Preisverleihungen – an denen ich nicht teilnahm – verstreichen sehen, eine Rückmeldung steht aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf noch aus und einmal habe ich es auf die Longlist geschafft: Sparte Queer beim Berliner Literaturpreis Wortrandale 2020. Dabei habe ich jetzt nicht mitgezählt, wenn ich, wie in diesem Fall, mehrere Geschichten einreichen durfte.
Ich habe also in einem verzweifelten Anfall von »Ich kann das und wenn nicht, ist es eh egal!« just einen Auszug von Schwuppenplanschen eingereicht. Wenn ich Pech habe, muss ich aus diesem noch nicht abgeschlossenen Werk lesen – und das vor Fernsehpublikum.
Wenn ich Absagen bekomme, bin ich immer erleichtert, dass ich nicht vorlesen muss. In diesem Fall würde mich eine solche Auszeichnung sicherlich beflügeln, das Werk in welchem Umfang auch immer fertigzustellen, weil es mir zeigen würde, dass Interesse an der Geschichte besteht. Ich mache mir allerdings keine großen Hoffnungen.

Und schon steht der nächste Wettbewerb vor der Tür: #newwritingtalent
Für den würde ich ein neues Projekt starten. Da wird nämlich ein ganzer Roman gesucht. Das wäre allerdings sehr sportlich, würde ich das innerhalb von 10 Wochen schaffen.

Bitte nicht immer nur lächeln!

Bitte nicht immer nur lächeln!

Beim letzten #autor_innensonntag gab es das Thema »Toxische Positivität«, welches sich darauf bezog, dass es krank machen kann, wenn man (auf Instagram) um sich herumschaut und nur lauter Autor:innen wahrnimmt, die scheinbar ausschließlich erfolgreich sind und denen den ganzen Tag die Sonne aus dem Arsch scheint. Die sind natürlich nicht alle so – jeder hat gute und schlechte Tage, alles andere wäre unnormal. Aber es ging eben um die Art der Selbstdarstellung und wie man wahrgenommen wird durch Außenstehende.

Poste ich nur: Ich hab einen Verlagsvertrag bei xy, mein neues Buch kommt dannunddann raus, hier und dort bin ich bei der Lesung und schaut her, ich hab denundden Preis gewonnen, dann stehe ich als außerordentlich erfolgreich und professionell da.
Ergänze ich dann aber auch, ich hab mich hier und da beworben, wurde xmal abgelehnt, war enttäuscht, wollte alles hinschmeißen, und dann musste ich auch noch mit der Katze zum Tierarzt und konnte wegen wasweißich wochenlang nicht schreiben, weshalb ich meine Deadline nicht halten konnte … dann sieht das ganze schon ganz anders aus. Authentischer, wie ich finde. Als wenn man eben auch nur mit Wasser kocht.
Ich bin froh, dass ich auch in Schreibforen bin und auf Discord vernetzt bin, sodass ich weiß, dass es anderen Autor:innen auch so geht, dass andere Menschen auch oft an sich oder ihren Projekten zweifeln. Dass sich ihre Texte auch nicht von selbst schreiben. Dass sie auch hart arbeiten und sich manchmal zwingen müssen, um einen Roman zu Ende zu bringen oder sich überhaupt dranzusetzen.

Vergleichen schafft Leid.
Für mich ist es gefährlich, mich mit anderen zu vergleichen. Nehmen wir als Beispiel einen Sprint: In einer halben Stunde schreibe ich vielleicht 150 Wörter, 250 wenn es gut läuft. Eine andere 600 und die nächste 800. Und das wiederholt sich.
Das hat mir klargemacht, ich werde nie zu den Leuten gehören, die mehrere Bücher pro Jahr veröffentlichen. Ich kann froh sein, wenn ich überhaupt eins schaffe.
Das ist die Quantität. Auch bei der Qualität weiß ich, dass andere mir weit überlegen sind. Andere sind mir unterlegen, denke ich. Ich werde mich also irgendwo im Mittelfeld bewegen. Auf dem Buchmarkt werde ich also ohnehin untergehen in der Masse. Dieser Gedankengang ließ mich daran zweifeln, ob es sinnvoll ist, überhaupt weiter zu schreiben. Vielleicht ist es im Mittelfeld aber auch ganz angenehm.

Nun ist die Frage, für wen blogge ich oder an wen richtet man sich denn da bei Instagram oder überhaupt mit seinem öffentlichen Auftritt? Postet man da (auch) für Autor:innen? Beim #autor_innensonntag sicherlich, auf #autorenleben auch. Natürlich möchte man sich als Autor:in hauptsächlich an Leser:innen wenden, die eines schönen Tages mal mein Buch kaufen, an dem ich so viele Tage gearbeitet habe. Aber ich nehme an, ein großer Teil der Autor:innen sind ebenfalls Leser:innen. Also sagen wir mal so, es gibt sicherlich eine Schnittmenge, ein Teil meiner Zielgruppe wird auch selbst schreiben.
Und natürlich möchte man sich austauschen mit Kolleg:innen, mit ihnen zusammenarbeiten oder einfach Spaß haben. Vielleicht ist Instagram dafür gar nicht das richtige Medium und wirklich nur für einen Kontakt zu Leser:innen geeignet. Und vielleicht interessieren die sich wirklich nur für den »offiziellen« Teil von Autor:innen. Oder einfach nur fürs Produkt Buch. Ich weiß es nicht.

Was mich in dem Zusammenhang des Austausches getroffen hat, war die Aussage (in etwa) »Ich teile mein Leid nicht mit dem ganzen Internet, sondern mit einer guten Freundin.«
Dieser Satz ist mir aufgestoßen, denn genau dieses Verhalten führt doch zu dieser toxischen Positivität. Jede:r bekommt den Eindruck er:sie sei alleine mit seinen Problemen und allen anderen fiele das Schreiben immer nur leicht, also könne man selbst ja absolut kein Talent haben … Und dieser Satz unterstellt jenen, die offen auch über ihre Probleme schreiben, sie hätten keine (guten) Freunde.
Wenn ich mich daran halten wollte, könnte ich mein Blog wohl gleich wieder dichtmachen. Ich habe es wirklich versucht, habe mir einiges verkniffen, habe mir verboten, frei von der Leber weg zu schreiben. Ich wollte mir ja einen guten Ruf für mein tolles Pseudonym aufbauen. Ich habe in der letzten Zeit schon Follower verloren. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, oder daran, dass sich auf einmal nur noch alles ums Schreiben von Geschichten dreht. Auf der anderen Seite habe ich auch neue gewonnen. :)
Da kam mir wieder in den Sinn, was eine Kollegin neulich sagte: Du willst ja nicht Follower, Du willst Leser. Es bringt keinen Umsatz, wenn mir Leute folgen und alle fleißig meine Katzenfotos liken und dann keine Bücher kaufen. Genauso bringt es natürlich nichts, wenn mir Leute folgen, die mich für Supermann halten und anbeten oder sich an meinem Selbstmitleid ergötzen und dann keine Bücher kaufen. Aber wisst ihr was? Ihr braucht keine Bücher kaufen. Denn darum geht es mir überhaupt nicht. Ich schreibe die Bücher ja, weil ich es gern tue. Ich möchte mich damit beschäftigen und ich glaube, dass es diese Geschichten auf dem Buchmarkt geben sollte – sonst könnte ich ja auch nur für mich schreiben. Aber ich werde niemandem damit hinterherlaufen. Ich will nichts tun, um damit etwas zu erreichen. Ich will nicht bloggen oder bei Insta posten, um Bücher zu verkaufen. Wenn es sich so ergibt, dann fein. Wenn nicht, dann auch gut. Ich will nur das machen, was mir Spaß macht.

Ich möchte gerne authentisch bleiben, ohne zu viel mimimi zu machen. Denn dafür habe ich natürlich auch gute Freunde, an die ich mich wenden kann. Ich will mich nur nicht verstecken müssen, egal mit was.
Und nein, ich poste keinen kuttnermäßigen Bauch. Meinen sieht man auch dann, wenn ich bekleidet bin.

Montagsroman -4-

Montagsroman -4-

»Suse?«
»Kalle?«
»Stehst du auch so auf Splatter?« Er wischte etwas Blut von ihrer Lippe über ihre Wange und hinterließ dabei eine rote Spur.
»Ja, das macht mich immer so …«
»Sag es nicht.« Er zog sie an sich, presste seine Lippen auf ihre.
Sie ließ ihre Handtasche sinken und nestelte am Reißverschluss ihres Overalls.
Er hob sie auf den Tisch, an dem sie eigentlich hatten essen wollen.
Da öffnete sich die Tür.

Montagsroman -3-

Montagsroman -3-

Im Pausenraum schlug ihnen Kälte entgegen, als hätten sie ein Kühlhaus betreten.
»Hört ihr das auch?«, fragte Suse.
Die Rotorblätter des Deckenventilators dümpelten nicht müde, sondern rauschten regelrecht.
Mit gerunzelter Stirn sah Kalle empor zur Verankerung des wild schwankenden Geräts. Eine Schraube hatte sich bereits gelöst. »Wie schaltet man das denn aus?«
»Nichts wird hier ausgeschaltet!«, herrschte Erwin. Daraufhin fiel das Gerät und der sich noch drehende Ventilator durchtrennte den Hals des Alten. Blut spritzte.
»Na, ich wisch das aber nicht auf«, meinte Suse trocken.

Buchtipp: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (Alice Hasters)

Buchtipp: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (Alice Hasters)

Mit diesem Thema hätte ich mich schon viel früher befassen sollen, aber ich bin erst durch die blacklivesmatter-Bewegung darauf aufmerksam geworden und im Zusammenhang mit der Recherche für den Hintergrund für eine meiner Figuren: Rasheeda. Sie ist nicht Schwarz, aber auch nicht weiß – doch dazu später mehr.

Alice Hasters erzählt Episoden aus ihrem eigenen Leben und lässt die Leser:innen mitempfinden, wie sich alltäglicher Rassismus anfühlt. Denn hierbei geht es nicht um Nationalsozialismus und Rechtsradikale mit auf den Hals tätowierten Hakenkreuze, sondern um die kleinen Dinge, an denen sich bereits Rassismus zeigt.
Auch ich, habe ich mich ertappen müssen, war schon rassistisch gegenüber meinen Mitmenschen. Und das ohne böse Absicht und ohne es überhaupt zu merken. Dabei war ich bisher überzeugt davon, frei davon zu sein. Nazis sind doch immer die anderen. Die Leute, die die AfD und die NPD wählen. Die, die Attentate auf Synagogen verüben. Die, die ihre Mitmenschen aufgrund ihrer Hautfarbe anders behandeln. Und da haben wir es.

Durch Alice Hasters’ Buch habe ich jetzt begriffen, dass wir systemisch in diesen Rassismus verstrickt sind, den irgendwann mal ein weißer Mann erfunden hat. Seine Einteilung in Rassen wurde zu meiner Schulzeit noch gelehrt. Und das an einem Gymnasium, das eine Partnerschule in Israel sowie eine Israel-AG hatte und jedes Jahr in irgendeinem Fach das Dritte Reich thematisierte. Unser Geschichtsunterricht beschränkte sich dagegen hauptsächlich auf die Römer, da der Geschichtslehrer auch Latein gab. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je über die Kolonialisierung gesprochen haben.
Der heutige Alltagsrassismus in Deutschland ist immer noch eine der Folgen der damaligen Kolonialisierung. Aber: Nur weil das Problem systemisch ist, bedeutet das noch lange nicht, dass wir alle unschuldige Opfer sind und die Hände in den Schoß legen können. Wir müssen etwas dagegen tun. Jede:r Einzelne muss sich damit auseinandersetzen, was unsere weißen Vorfahren BIPoC angetan haben, und auf sein eigenes Verhalten achten. Das fängt beim Denken an.

Besonders resoniert hat bei mir das Thema Haare. Alice Hasters beschreibt, dass ihr Fremde einfach so ungefragt in die Haare fassen. Ein absolutes No-Go! Ich möchte auch nicht von Fremden angetatscht werden. Wie kann man sich denn als erwachsene Person so daneben benehmen?
Vielleicht hatte ich da Glück, dass ich als Kind einem netten Schwarzen Mann in den Afro fassen durfte, um zu begreifen, was ich da sah. Er schärfte mir jedoch auch ein, dass ich immer vorher fragen muss. Auch lehrte er mich den sparsamen Umgang mit Wasser, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach einem Afrikaurlaub kam ich mit Zöpfen (ich glaube Cornrows) zurück. Am Ende der Zöpfe waren Perlen eingearbeitet. Ich ging damals noch zur Grundschule. Die Sportlehrerin forderte mich dazu auf, den Schmuck aus meinen Haaren zu nehmen. Ich wusste gar nicht, was sie wollte. »Das sind meine Haare!«, protestierte ich. Zur Strafe wurde ich vom Unterricht ausgeschlossen und als ich die Woche darauf immer noch dieselbe Frisur hatte, beschwerte sich die Lehrerin bei meiner Mutter, was zur Folge hatte, dass meine Mutter unter meinem Zetern und Wutgeheul alle Zöpfe öffnete.
Eine Geschichte über Lehrer:innen, die mit ihrer Frisur nicht einverstanden waren, erzählt auch Alice Hasters. Und dabei fiel mir meine eigene wieder ein. Der Vergleich ist nicht fair, weil meine Haare auch ohne Zöpfe pflegeleicht sind. Aber lest selbst.

Ich glaube, dass ich jetzt etwas sensibler mit BIPoC umgehen kann. Jedenfalls will ich versuchen, die mir jetzt bekannten Fettnäpfchen auszulassen. Natürlich reicht es nicht, nur ein Buch zu lesen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Und ich werde niemanden mit der Woher-kommst-du-Frage belästigen – die hasse ich nämlich selbst.

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