Bald geht’s los!

Bald geht’s los!

Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie so ein SGZ-Text aussehen kann, hier mal ein Text, den ich am gestrigen Sonntagabend verfasst habe. Der Begriff war: „RÄUCHERSTÄBCHEN“.

Raucherstäbchen
Dichter Rauch stand in dem ungelüfteten Raum.
»Mach deine doofen Räucherstäbchen aus! Das stinkt!« Das Mädchen hielt sich die Nase zu.
Die schlanke Endzwanzigerin wandte sich ihr zu. »Schantall, das heißt Ziggis! Und der Kalle kann rauchen, wie er will. Haste das verstanden?«
»Ich heiße Chantal! Und Rauchen ist ungesund! Egal ob Ziggis, Sargnägel, Kippen oder Räucherstäbchen.«
»Hör nich auf das Kind, Kalle. Das hat die von ihrem Vadder. Das is son verklemmter Grüner. Der Kalle is jetzt dein neuer Papa, Schantall.«
»Nein!« Wütend griff Chantal eine der Zigarettenschachteln vom Wohnzimmertisch und trat darauf herum, sprang sogar.
»Ey, das warn meine.« Kalle wandte den Blick vom Fernseher ab und sah das Kind das erste Mal an.
»Haste se noch alle?!« Schon setzte es die erste von Mutters Ohrfeigen.
Chantal war es nicht gewohnt, sich ducken zu müssen, und so traf der Schlag sie mit voller Wucht.

Am Busbahnhof war es kalt. Sie hatte in ihrer Schultasche nur das Wichtigste mitnehmen können – etwas zu trinken und zu essen, die Zahnbürste und Zahnpasta, ihren Teddybären und etwas frische Wäsche –, darum hatte sie keine wärmende Decke. Der Anorak war einfach nicht für längere Aufenthalte an der frischen Winterluft gedacht. Und sie hatte nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde, zu Papa zu fahren. Sie hatte einfach angenommen, wenn der eine Bus anhielte, käme sofort der nächste. Doch so einfach war das mit dem Umsteigen bei den Fernbussen nicht. Der erste Fahrer war nett gewesen und hatte sie umsonst mitgenommen. Aber als der nächste Bus kam, hatte die Fahrerin erst auf einem Ticket bestanden und überhaupt wollte sie ein Kind ohne Erwachsene gar nicht erst mitnehmen.

Als sie endlich die warme Wohnung ihres Vaters betrat, umhüllte sie sogleich der angenehme Duft indischer Räucherstäbchen.

Die ersten zwanzig Minuten habe ich auf dem Begriff herumgedacht und die Räucherstäbchen wollten einfach nicht zünden, sodass ich den Umweg über die „Raucherstäbchen“ genommen und den Begriff nicht ins Zentrum gestellt habe. Als ich dann drin war in der Geschichte, hätte ich noch locker mehr schreiben können und auch wollen, aber die Zeit war um. Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass der – natürlich nicht überarbeitete – Text auch für sich alleine stehen kann.

Am Donnerstag gibt es die Liste mit den 100 Begriffen für alle, die bei der Aktion „100 Geschichten in 100 Tagen“ mitmachen oder einfach mal die Übung Schreiben gegen die Zeit ausprobieren wollen!

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