Kurzrezi: Mama, bitte lern deutsch (Tahsim Durgun)

Kurzrezi: Mama, bitte lern deutsch (Tahsim Durgun)

Mama, bitte lern deutsch – Unser Eingliederungsversuch in eine geschlossene Gesellschaft
Autor: Tahsim Durgun
, Gewinner des Bayern 2-Publikumspreises 2025 und des Grimme-Online-Awards 2024
Autobiografie
Verlag: Knaur
208 Seiten
Taschenbuch 18 Euro, ISBN: 978-3426561140
Kindle 15,99 Euro, ISBN: 978-3426561157
Hörbuch, vom Autor selbst eingelesen, 14,85 Euro
Erschienen am 3. März 2025

Ersteindruck

Das ist ein Buch.

Klappentext

„Dieses Buch hilft mir, meine Mutter besser zu verstehen, und dir, Deutschland besser zu verstehen.“

Noch bevor Tahsim Durgun die Grundschule abschließt, muss er für seine Mutter die Abschiebebescheide entziffern, begleitet sie als Dolmetscher zu intimen Arztbesuchen und verliest Aldi-Kataloge am Fliesentisch. So wie Tahsim geht es vielen jungen Menschen mit Migrationsgeschichte, die früh Verantwortung für ihre Eltern übernehmen und gleichzeitig einen Platz finden müssen in einem oft feindseligen Land.

Schreiben sie die besten Noten, bekommen sie trotzdem nur eine Hauptschulempfehlung. Fahren ihre Mitschüler:innen in den Urlaub nach Thailand, dürfen sie Deutschland nicht verlassen, weil sie kein gültiges Reisedokument besitzen. Hilflosigkeit, Angst und Überforderung sind ihre stetigen Begleiter, Einfallsreichtum und Empathie ihr Handwerkszeug.

Mit messerscharfer Intelligenz, poetischer Sprachgewalt und zynischem Humor: Internet-Star Tahsim Durgun reflektiert die Lebenswirklichkeit der postmigrantischen Gesellschaft. Vor dem Hintergrund seiner eigenen Lebensgeschichte in einer kurdisch-deutschen Familie rechnet Tahsim ab mit der deutschen Bürokratie und zeigt gleichzeitig tiefen Respekt für seine Mutter und ihre Errungenschaften, die für die deutsche Gesellschaft immer unsichtbar bleiben werden.

Lektüre

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Equal Pay Day #diverserdonnerstag

Equal Pay Day #diverserdonnerstag

Heute Equal Pay Day beim #diverserdonnerstag von equalwritesde – um eine Woche verschoben. Der eigentliche für dieses Jahr errechnete Equal Pay Day war der 07. März 2022.

Equal Pay: Gleiche Arbeit, gleicher Lohn

Ich erinnere mich noch gut daran, dass ich mal als Versandhelfer gearbeitet habe. Männer erhielten pro Stunde einen Euro mehr Basislohn als Frauen. Ich fragte nach und die Begründung war, sie seien eben stärker und erledigten schwerere Arbeiten. Tatsächlich wurden Frauen an den Packtisch eingesetzt und legten am Fließband die bestellten Waren in Transportbehälter, um sie später in Kartons zu packen, während Männer Regale voller Paletten mit Pflanzen schoben und Pakete in LKW luden.

Hier wurde also körperliche Anstrengung und Fitness höher bewertet als das Wissen um verschiedene Pflanzensorten, das schnelle Erfassen von Aufträgen sowie Herbeiholen bestellter Artikel und die Sorgfalt beim Einpacken. Ich habe alles ausprobieren dürfen, besser bezahlt wurde ich dafür nicht.

Äpfel und Birnen?

Ist das ein gutes Beispiel für die Forderung nach geschlechtergerechter Bezahlung? Wurden hier tatsächlich unterschiedliche Arbeiten erledigt?
Wenn Männer und Frauen dieselben Aufgaben machen und ein Geschlecht dafür besser bezahlt wird – das ist nicht fair.

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