SGZ 1 LIEBE

SGZ 1 LIEBE

Verschärfung bei dieser Aufgabe: Der Begriff darf nicht genannt werden!

Schmetterlinge im Bauch
Meine Tochter gestikulierte wild mit den Armen. »Jedes Mal, wenn ich ihn sehe, schlägt mein Herz höher. Mein Puls rast und mir ist flau im Magen, als hätte ich Unterzucker oder so was. Dann muss ich mich für einen Moment setzen. Nur nicht in seine Nähe! Wenn er mir zu sehr auf die Pelle rückt, dann bricht mir der Schweiß aus. Ist das Angstschweiß, Mama? Ich hab doch keine Angst vor ihm!« Sie sah mich hilfesuchend an.
»Nein, Schatz. Das ist alles ganz normal. Diese Schmetterlinge im Bauch kenne ich auch noch aus der Zeit, als ich deinen Vater kennenlernte.«
»Echt, bei dir und Papa war das auch so?«
»Ja, wir waren schließlich auch mal jung. Unsere Gefühle füreinander haben sich seitdem verändert, sie sind tiefer geworden. Weniger aufgeregt. Es werden jetzt andere Hormone ausgeschüttet. Mehr Bindungshormone, damit wir gemeinsam den Nachwuchs aufziehen.« Ich strich ihr übers Haar.
»Deshalb haltet ihr zusammen wie Pech und Schwefel!«
»Richtig.«
»Und was mache ich jetzt mit Nico? Nächste Woche ist Mathearbeit, das überleb ich nie!«
»Marika, das musst du entscheiden. Du kannst es ihm sagen oder nicht. So oder so werden deine Gefühle noch eine Weile Achterbahn fahren.«
»Wenn ich es ihm sage, geht es ihm dann auch so?«
»Möglich … aber ansteckend bist du nicht direkt.«
»Haha. Ich will nicht, dass er meinetwegen seine Arbeit verhaut. Also behalte ich es mal besser für mich.«

Die Klassenarbeit war längst vergessen, das Abi und der Master in der Tasche, da fand ich mich vor dem Traualtar wieder. Oder, besser gesagt in den hinteren Rängen, während meine Tochter mit ihrem Verlobten ihrem Wunsch nach ganz in Weiß vor dem Altar stand. Ich war im Begriff, Schwiegermutter zu werden. Hoffentlich kein Schwiegermonster. Würde alles glattgehen?
Bisher war die Beziehung zu dem jungen Mann glimpflich bis sehr gut verlaufen. Schon damals, als er Marikas erster Freund wurde, hatte ich Nico in mein Herz geschlossen. Als hätte ich geahnt, dass es nicht bei ein paar Schmetterlingen und einer kurzen Liaison bleiben würde.
»Sie dürfen die Braut küssen.« Er küsste sie und mein Puls beruhigte sich wieder.

Wörter: 351

Ich benutze übrigens den Sprinto-Bot in Discord als Timer! Der zählt mir die Wörter aller Geschichten dieser Aktion zusammen.

Bald geht’s los!

Bald geht’s los!

Damit ihr einen Eindruck davon bekommt, wie so ein SGZ-Text aussehen kann, hier mal ein Text, den ich am gestrigen Sonntagabend verfasst habe. Der Begriff war: „RÄUCHERSTÄBCHEN“.

Raucherstäbchen
Dichter Rauch stand in dem ungelüfteten Raum.
»Mach deine doofen Räucherstäbchen aus! Das stinkt!« Das Mädchen hielt sich die Nase zu.
Die schlanke Endzwanzigerin wandte sich ihr zu. »Schantall, das heißt Ziggis! Und der Kalle kann rauchen, wie er will. Haste das verstanden?«
»Ich heiße Chantal! Und Rauchen ist ungesund! Egal ob Ziggis, Sargnägel, Kippen oder Räucherstäbchen.«
»Hör nich auf das Kind, Kalle. Das hat die von ihrem Vadder. Das is son verklemmter Grüner. Der Kalle is jetzt dein neuer Papa, Schantall.«
»Nein!« Wütend griff Chantal eine der Zigarettenschachteln vom Wohnzimmertisch und trat darauf herum, sprang sogar.
»Ey, das warn meine.« Kalle wandte den Blick vom Fernseher ab und sah das Kind das erste Mal an.
»Haste se noch alle?!« Schon setzte es die erste von Mutters Ohrfeigen.
Chantal war es nicht gewohnt, sich ducken zu müssen, und so traf der Schlag sie mit voller Wucht.

Am Busbahnhof war es kalt. Sie hatte in ihrer Schultasche nur das Wichtigste mitnehmen können – etwas zu trinken und zu essen, die Zahnbürste und Zahnpasta, ihren Teddybären und etwas frische Wäsche –, darum hatte sie keine wärmende Decke. Der Anorak war einfach nicht für längere Aufenthalte an der frischen Winterluft gedacht. Und sie hatte nicht damit gerechnet, dass es so lange dauern würde, zu Papa zu fahren. Sie hatte einfach angenommen, wenn der eine Bus anhielte, käme sofort der nächste. Doch so einfach war das mit dem Umsteigen bei den Fernbussen nicht. Der erste Fahrer war nett gewesen und hatte sie umsonst mitgenommen. Aber als der nächste Bus kam, hatte die Fahrerin erst auf einem Ticket bestanden und überhaupt wollte sie ein Kind ohne Erwachsene gar nicht erst mitnehmen.

Als sie endlich die warme Wohnung ihres Vaters betrat, umhüllte sie sogleich der angenehme Duft indischer Räucherstäbchen.

Die ersten zwanzig Minuten habe ich auf dem Begriff herumgedacht und die Räucherstäbchen wollten einfach nicht zünden, sodass ich den Umweg über die „Raucherstäbchen“ genommen und den Begriff nicht ins Zentrum gestellt habe. Als ich dann drin war in der Geschichte, hätte ich noch locker mehr schreiben können und auch wollen, aber die Zeit war um. Ich habe mir jedoch sagen lassen, dass der – natürlich nicht überarbeitete – Text auch für sich alleine stehen kann.

Am Donnerstag gibt es die Liste mit den 100 Begriffen für alle, die bei der Aktion „100 Geschichten in 100 Tagen“ mitmachen oder einfach mal die Übung Schreiben gegen die Zeit ausprobieren wollen!