Wenn Licht die Finsternis besiegt: Mit bipolarer Erkrankung Leben, Familie und Partnerschaft positiv gestalten. Nora Hille Palomaa Publishing Erzählendes Sachbuch 328 Seiten Erhältlich als Taschenbuch für 20,- EUR und als ebook für 14,99 EUR. Erschienen am 16.08.2023
Bei einem Gewinnspiel von Freundefürsleben e. V. habe ich ein vom Verlag Palomaa Publishing zur Verfügung gestelltes Printbuch gewonnen, über das ich mich sehr gefreut habe.
Ersteindruck
Darf ich ehrlich sein? Das Cover wirkt passend zum Verlag, der Bücher und mehr von Frauen publiziert, sehr feminin – beim Stöbern würde ich hier nicht zugreifen. Ich wusste aber, es geht um die bipolare Störung und mich interessiert, wie andere Menschen mit dieser Erkrankung ihren Alltag meistern. Man soll ja auch ein Buch nicht nach seinem Einband beurteilen. Hätte ich es nicht gewonnen, ich hätte es wegen seines Inhaltes auch so gekauft.
Klappentext
Eine schwere psychische Erkrankung muss nicht das Ende bedeuten, im Gegenteil. Diagnostiziert und behandelt kann sie zum Beginn eines neuen, besseren Lebens führen.
Ich muss einfach mal meine Freude teilen. Für meine dystopische Kurzgeschichte Projekt Rhein hatte ich unter anderem eine 3-Sterne-Rezension erhalten, die ich als ziemlichen Verriss empfand. Darin war auf die Darstellung der Figuren eingegangen worden: alle müssten gleich stark ausgearbeitet sein, viele Details seien nicht relevant für die Handlung. Dies hatte große Zweifel in mir ausgelöst, sodass ich schon überlegt hatte, die Geschichte stark überarbeitet neu aufzulegen und in dem Zusammenhang vielleicht eine schon mehrfach nachgefragte Printausgabe auf den Markt zu bringen.
Nun lese ich hier das Gegenteil:
Ich bin durch ein Uni Projekt auf diese Kurzdystopie gestoßen und kann mich immer noch nicht entscheiden, ob ich schreien, weinen oder lachen soll. So viel Realismus und Dramatik. Die Figuren in aller Kürze mit genau der richtigen Menge an Details beschrieben. Die Sprachmelodie immer passend, die Katastrophen in der Katastrophe nachvollziehbar….
Die Gänsehaut des Schreckens hallt nach.
Moma am 09.01.24 auf Amazon
Vielen herzlichen Dank, Moma!
An einem der vergangenen Sonntage hatte Justine Pust im Rahmen des von ihr initiierten #autor_innensonntag gefragt, woher wir unsere Schreibmotivation beziehen. Rezensionen wie solche tragen einen sehr großen Teil dazu bei. Mich treibt bei Genreliteratur die Vorstellung an, Menschen glücklich zu machen, indem ich sie unterhalte und ihnen ein paar schöne Stunden schenke. Ein wenig ins Nachdenken bringe ich auch gern. Die Geschichten, die aus mir raus wollen, sind Selbstläufer. Daraus entsteht dann so etwas wie mein Debüt Tobaksplitter.
Rezensionen von Bloggenden findet ihr übrigens auf meiner Presse-Seite verlinkt.
Aus Fehlern lernen wir, deshalb ist es nicht weiter wild, dass man Fehler macht, wenn man etwas zum ersten Mal ausprobiert. Eigentlich ist das ne super Sache! Wie man eine Lesung vorbereitet, hatte ich schon recherchiert und die letzte Lesung war auch nicht meine erste; ich habe sogar schon vor einigen Jahren selbst eine organisiert, die ein Programmpunkt während einer Tagung war. Ich wusste also schon ein bisschen was und lerne immer noch dazu.
Nun habe ich aus den letzten beiden Lesungen einiges gelernt:
Man packt seine Bücher wasserdicht ein!
siehe unten
Werbung
Verlasst euch niemals darauf, dass jemand anders für euch wirbt!
Ich bin immer noch begeistert von den tollen Geschichten und den inspirierenden Begegnungen! Und ich habe wirklich viel dazugelernt, was Organisation von Lesungen angeht, wenn man sich wirklich selbst um alles kümmern muss. Bisher habe ich es noch nicht geschafft, selbst Lesungsorte zu akquirieren. Tausend Dank gilt Hari Patz, der den Stein ins Rollen gebracht und mich überhaupt nach Berlin eingeladen hatte. Durch die Verbindung mit der Buchmesse am selben Wochenende lohnte sich für mich die Reise gleich doppelt.
Lampenfieber
Natürlich hatte ich wieder Lampenfieber ohne Ende und konnte die Nacht kein Auge zutun – vor allem nicht, nachdem ich bereits auf der BuchBerlin Eindrücke gesammelt hatte, die ich erst einmal verarbeiten musste.
Die Berliner Buchmesse BuchBerlin 2023 war genau das Richtige für mich. Ich dachte, ich fange klein an. Nicht ganz so viele Menschen, nicht ganz so viel laufen, nicht ganz so überfordernd. Gute Wahl. Nach einer Stunde brauchte ich eine Pause und habe dann überlegt, ob ich schon gehen soll oder ob es noch etwas gibt, das ich mir anschauen möchte. Ja, das gab es. Doch von vorn.
Kunstadresse
Das Wichtigste war mir, mich mit Marianne von kunstadresse.de zu treffen. Ich wollte gerne ein Gefühl dafür bekommen, auf wen ich mich da einlasse, bevor ich Mitglied bei Kunstadresse werde. Und ich habe ein gutes Gefühl! Jetzt verstehe ich, warum so viele zu diesen Messen gehen und den persönlichen Kontakt suchen. Ich habe einen tollen Rabatt bekommen und somit erhöhen sich meine Fixkosten leider. Nun bin ich sehr gespannt, wie es sich entwickelt, ob ich tatsächlich auf diesem Wege mehr Reichweite bekomme und mehr Umsatz machen werde.
Mein Künstlerprofil dort – sozusagen meine Kunstadresse, findet ihr hier: Ingos Kunstadresse.
Verlag ohneohren
Dann durfte natürlich keinesfalls der Besuch des ohneohrigen Standes fehlen. Hier hatte ich das Gefühl, alte Freunde zu treffen, obwohl ich noch gar nicht sooo lange auf dem zugehörigen Discordserver wohne. Beim Verlag ohneohren gab es für ein freundliches Lächeln nicht nur ein tolles Buch – die Anthologie Urban Fantasy going FAT, herausgegeben von Aşkın-Hayat Doğan & Elea Brandt – mit dem ich ohnehin schon länger geliebäugelt hatte, sondern ich bekam noch einige Goodies: Bonusmaterial zum Buch in Form einer weiteren Kurzgeschichte, ein Lesezeichen und sogar noch einen Beutel zum Tragen, obwohl ich mit Rucksack und zwei Beuteln eigentlich gut ausgestattet war. Spoiler: Das Buch habe ich natürlich ordnungsgemäß bezahlt. Nur Lächeln reicht dann doch nicht. ;)
Regentage mögen super sein, um sich in einen Sessel zu kuscheln und ein gutes Buch zu lesen, aber um Bücher zu einem zahlenden Publikum zu bringen, sind sie denkbar ungeeignet. Das musste ich am vergangenen Montag feststellen, als ich bei strömendem Regen zum Pride House aufgebrochen bin. Man muss dazu wissen, dass es sich in Hamburg eigentlich nie so wirklich einregnet, so wie ich es aus der Köln/Bonner Bucht, in der ich aufgewachsen bin, kenne. Wenn es dort regnete, dann drei Wochen lang. Da wusste man, woran man ist. Hier in Hamburg ist da absolut unüblich, dass es den ganzen Tag lang regnet. Ja klar, auf Touristen wirkt das immer so, als ob es ständig regnet. Das ist aber normalerweise nur ganz leichter Nieselregen, für den es sich nicht lohnt, den Knirps auszupacken. Da reicht die Kapuze meines Hoodies. Und außerdem sind es meistens kurze Schauer. Der Regen kommt und geht hier mehrmals am Tag. Reine Sonnentage sind sogar gefühlt häufiger als reine Regentage. Deshalb und weil es zu warm für die Lederjacke war, ging ich also im Hoodie los, trotzdem es wie aus Kübeln schüttete – für den Moment, wie ich dachte. Ich vertraute darauf, dass die Sachen in meinem Armeerucksack trocken bleiben werden, so wie sie das immer tun. Ebenso verließ ich mich auf den Hackenporsche, in dem ich ganz unten liebevoll in Baumwollbeutel eingewickelt meine Bücher verstaut hatte, die ich verkaufen wollte. Nun, das mache ich nie wieder. Zur nächsten Lesung packe ich die Bücher in Plastik ein.
Dass sich trotzdem jemand fand, der von beiden Anthologien ein Buch kaufte, das am Ende der Lesung „fast schon wieder trocken“ war, grenzt in meinen Augen an ein Wunder. Offensichtlich habe ich doch mehr Verkaufstalent, als ich über mich denke. Ich muss auch ganz ehrlich sagen: Wäre ich nicht selbst der Autor gewesen, dann wäre ich bei dem Sauwetter lieber zu Hause geblieben. Deshalb Hut ab für diejenigen, die sich an diesem Regentag auf den Weg gemacht haben.
Gut vorbereitet ist halb gewonnen
Über die Vorbereitung hatte ich bereits berichtet.
Ich habe nach Kräften Werbung für die Veranstaltung gemacht. Sogar in einem lokalen einschlägigen Printmedium wurde meine Lesung neben anderen Veranstaltungen beworben, dafür hat Hamburg Pride e.V. gesorgt.
Vor der Lesung, als ich noch zu Hause war, war ich extrem nervös, hatte Lampenfieber hoch zehn. Ich schwankte zwischen drei verschiedenen Horrorfantasien hin und her: 1. Ich sitze alleine da und niemand kommt 2. Ich werde bei den Buchverkäufen überrannt und komme mit dem Signieren und der Kasse nicht hinterher 3. Der Raum ist vollbesetzt und ich werde ausgebuht, Leute stehen auf und gehen
Ich ging davon aus, das würde vor Ort noch schlimmer werden und nahm schon mal zwei von meinen Bedarfstabletten. (Bei Erregungszuständen darf ich 1-3 davon nehmen.) Als ich in der S-Bahn saß und meine beruhigende Musik hörte, war ich schon wieder ganz ruhig.
Als es dann wirklich losging und ein, ehrlicherweise überschaubares, Publikum vor mir saß, war ich überhaupt nicht mehr großartig aufgeregt und erstaunlich ruhig. Nur beim Lesen mancher Textstellen zitterten meine Finger manchmal leicht. Das hat aber niemanden gestört und ich habe mich auch nicht großartig verlesen oder die Textstelle verloren – alles lief prima dank sorgfältiger Vorbereitung. Mein Programm, in dem ich mir Stichpunkte notiert hatte, was ich zu den verschiedenen Texten erzählen wollte, war auch sehr hilfreich und hat mich extrem beruhigt.
Nach der Lesung hatten wir bei einem gemeinsamen Austausch noch einen angenehmen Ausklang des Abends und ich habe spontan noch eine Zugabe gegeben. Vielleicht habe ich die Veranstaltung sogar ein bisschen genossen.
Dialoge mit verteilten Rollen vorgetragen
Ging ich bei den ersten Vorbereitungen noch davon aus, es würde eine Solo-Lesung werden, so habe ich bald gemerkt, dass ich mir das so ganz allein nicht zutraue. Ein sehr guter Freund, wenn nicht mein bester, hat sich die Zeit genommen, mit mir zu üben und die Geschichten mit mir gemeinsam in verteilten Rollen vorzutragen, was beim Publikum super angekommen ist. Auch beim Auf- und Abbau hat er mich großartig unterstützt. Hierfür noch einmal ganz herzlichen Dank für deine Hilfe!
Nach dieser Erfahrung kann ich jetzt sagen, dass mein Kopf noch dran ist und ich glaube, beim nächsten Mal würde ich es auch alleine in Angriff nehmen können. Aber zusammen macht es viel mehr Spaß!
Save the date!
Die nächste Lesung, bei der ich auftreten werde, ist aller Voraussicht nach eine fantastische Lesung, die am 1. Oktober 23 um 15 Uhr in Berlin-Lichtenfeld in der Stadt-Bibliothek am Anton-Saefkow-Platz stattfinden wird. Ich möchte in diesem Rahmen aus Projekt Rhein vorlesen, schließlich handelt es sich dabei um dystopische Near Future Science Fiction, was ebenfalls der Phantastik zugerechnet wird. Noch sind wir in der Planungsphase. Ich werde noch einmal darauf hinweisen, wenn alles in trockenen Tüchern ist.