Darstellung von Suchtin Büchern und Filmen ist heute mein Thema. Dies ist noch ein Nachzügler der letztjährigen Reihe.
Um clean zu werden, muss man nicht bis Silvester warten – jeder andere Tag im Jahr ist genauso gut dafür. Vielleicht sogar besser, weil niemand insgeheim darauf lauert, dass Du Deine guten Vorsätze eh wieder nicht einhältst. Denn ganz ehrlich, es ist doch so: Wenn die anderen sich nicht am Riemen reißen, dann muss ich das auch nicht tun. Oder? Das ist zunächst einmal ein Sozialer Abwärtsvergleich. Man fühlt sich besser, wenn man jemanden findet, der vergleichsweise schlechter abschneidet. Mit diesem Gedankengang schiebt man aber auch die Verantwortung für das eigene Verhalten auf die anderen, die ihre guten Vorsätze ja auch nicht einhalten.
Essen und Zigaretten, Alkohol, Drogen – Konsum in Film und Buch ist alltäglich. Es wird oft so dargestellt, als sei es normal, beispielsweise jeden Abend Wein zu trinken oder nach Feierabend in eine Kneipe zu gehen. Das mit anzusehen oder zu lesen, ist für Suchtkranke, die gerade entziehen wollen, hochtoxisch.
Die Waffe unter der Jacke umklammert, lief er neben seinen beiden beiden Kumpanen her, wobei seine Augen von einer Seite zur anderen huschten. Er wollte ja nichts verpassen, was sich in seinem näheren Umkreis abspielte. Kurz fragte Jasper sich, wann er die Waffe unter seiner Jacke herausziehen sollte. Den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, war im Moment eine größere Sorge als die, dass die Bullen hier auftauchen konnten. Als der Eingang der Bank nur noch wenige Schritte vor ihm und seinen beiden Begleitern entfernt war, holte Marek, der Kopf des Trios, die Waffe unter der Weste hervor. Das war das abgesprochene Zeichen. Jasper und der ihm nicht bekannte Mann zogen nun auch ihre Waffen aus ihren verborgenen Verstecken. Erst jetzt merkte Jasper, wie ihm die Hitze des Sommertages von den Wänden des Gebäudes entgegenschlug. Bevor diese jedoch zu drückend werden konnte, wurde die Eingangstür von Marek aufgestoßen. Die kühle, klimatisierte Luft des Raumes war eine immense Erleichterung, auch wenn Jasper den Eindruck hatte, gegen eine Wand aus Kälte zu laufen. Trotz dieser äußeren Umstände wies das Bevorstehende einige Risiken auf. Marek lief auf den Schalter zu und brüllte, dass sich die Anwesenden mit den Köpfen auf den Boden legen sollten, um diesen ohne einen weiteren Ton von sich zu geben anzustarren. Vereinzelte Schreie, vor allem von dem weiblichen Geschlecht, drangen an Jaspers Ohren, verstummten jedoch recht schnell als er oder der namenlose Kamerad mit den Waffen sie fokussierten. Jasper selbst hielt sich lieber zurück. Er war eher die Person, die alles um sich herum im Blick hatte. So kam es, dass er nur am Rande mitbekam, dass der Kassierer gerade einen der Säcke befüllte, die sie mitgebracht hatten. Als in diesen nichts mehr passte, warf Marek dem Mann hinter der Theke den zweiten Sack zu um sich den Vollen anzueignen. Ohne den Blick von dem verschüchterten Bankmitarbeiter zu nehmen, überreichte Marek dem dritten im Bunde das gefüllte Behältnis. Und wieder war Jasper froh darüber außen vor zu sein. Eigentlich hatte er nicht hier sein wollen und hatte erst nach mehreren Bedrohungen klein beigegeben. Als direkt neben Jasper eine Person hustete, wurde er abgelenkt, sodass er für einen Augenblick seine Aufmerksamkeit auf den Verursacher lenkte. Dann knallte auch schon die Eingangstür gegen die Wände und laute Rufe erklangen. Männer mit schusssicheren Westen und Waffen in den Händen ließen Jasper und die beiden Kumpane kurz erstarren, bevor sie sich in Bewegung setzen konnten. Nun begann die Zeit so langsam zu verlaufen, dass Jasper de Eindruck hatte nichts mehr ausrichten zu können.
Die Schreibanregung des Monats September beschäftigt sich mit dem Genre Coming of Age, auch bekannt als Bildungsroman.
Grundsätzlich gilt: Du darfst jederzeit von meinen Vorschlägen abweichen. Es geht nur darum, dich zum Schreiben anzuregen.
Stufe 1: Für eine leichte Fingerübung ohne Genrekonventionen lass etwas mit einem Hammer in einer Pathologie passieren. Die Hauptfigur ist ein:e Bibliothekar:in.
Stufe 2: Für eine erhöhte Schwierigkeit soll diese Geschichte ins Genre Coming of Age passen. Dazu ist Folgendes wichtig: Dieses Subgenre des Entwicklungsromans umfasst die Sub-Sub-Genres Young Adult (kurz YA, Zielgruppe 18-jährige bis Anfang 20) und New Adult (kurz NA, Zielgruppe Anfang bis Mitte 20) Thematisiert wird in einem Entwicklungsroman hauptsächlich die geistig-seelische Entwicklung eines Menschen, der Reifeprozess der Hauptfigur. Dabei geht es vor allem um die inneren Konflikte der Hauptfigur. Die Entwicklung einer Person über einen längeren Zeitraum lässt sich natürlich besser in einem Roman zeigen als im begrenzten Umfang einer Kurzgeschichte. Dennoch kann man einen einzelnen internen Konflikt herausgreifen für eine Geschichte, die sich an Jugendliche oder junge Erwachsene richtet. Bei YA geht es mehr um die Überlegung, was aus dem eigenen Leben mal werden könnte und es geschieht vieles zum ersten Mal, während die Figuren in NA sich jetzt konkret entscheiden müssen. Suche dir eines der beiden Genres aus!
Beim Schreiben von Genreliteratur ist es wichtig, die gängigen Genrekonventionen einzuhalten, sonst enttäuschst du Erwartungen an deine Geschichte und brichst damit sozusagen dein Versprechen an die Leser:innen. Diese Konventionen sind allerdings Veränderungen unterworfen, neue Genre und Subgenre entstehen. Auch interessant: Eine Geschichte lässt sich häufig nicht klar nur einem Genre zuordnen. Mach dir also keine Sorgen, wenn du das Gefühl hast, deine Geschichte könnte auch in eine andere Schublade passen. Weitere Infos zu verschiedenen Genres und Subgenres gibt es hier, hier und hier.
Stufe 3: Das ist dir noch nicht spicy genug? Dann gebe ich dir dazu folgendes Thema: Abtreibung
Nun aber ran an die Tasten! Lass mich gerne wissen, was aus dieser Schreibanregung für die Coming of Age-Geschichte geworden ist. Schreib mir einen Kommentar und verlinke deine Geschichte oder poste die Geschichte im Forum mit Verweis auf diese Schreibanregung!
Erinnert ihr euch noch an Rosalinde und Heinz? Rosa hatte sich am Spülbecken mit dem Gedanken getragen, sich am Telefon etwas dazuzuverdienen. Ob sie es wohl jetzt tut?
»Rosa hier«, sagte sie fragend. – Sie strich sich die Schürze glatt und schüttelte den Kopf. »Nein, du willst nicht wissen, was ich anhabe.« – Rosa lachte herzhaft. »Nein, wirklich nicht.« – »Noch nicht sehr lange.« – Sie legte den Kopf schief und überlegte einen Augenblick. »Du bist mein elfter Kunde.« – »Erfahrung habe ich genug, glaub mir, mein Lieber.« Wieder dieses herzhafte Lachen. – »Oh, vielen Dank.« Sie senkte den Kopf, als wolle sie sich verneigen, schonte aber ihren Rücken. – Mit einem Finger kreiste sie über die Arbeitsplatte ihrer Küche. »Ich mag sehr gerne diese New York Cheesecakes. Essen sollte ich aber nicht zu viel davon. Die schlanke Linie, nicht wahr.« – »Du Charmeur! Nun ist aber gut, sonst wird Heinz noch eifersüchtig. Für wie viele Personen soll die Torte reichen?« Sie notierte sich die Zahl. – »Also gut, einmal gedeckter Apfelkuchen, eine Marzipantorte und einmal Schwarzwälder Kirsch.« – Rosa fiel bald das Telefon aus der Hand vor Lachen. Als sie sich wieder einkriegte, sagte sie bestimmt: »Nein, ich springe nicht aus der Torte. Und jetzt lass mich bitte mit deiner Frau sprechen.« – »Hallo, meine Liebe. Nein, dafür musst du dich doch nicht entschuldigen. Ich weiß ja, wie er ist.« Sie seufzte. »Heinz würde so was im Traum nicht einfallen.« – »Er hat sich gut wieder erholt. War schon nicht ohne, die Infektion. Aber Unkraut vergeht nicht, wie er immer sagt.« – Rosa setzte sich auf den Küchenstuhl. »Mit mir ist alles in Ordnung. Die üblichen Wehwehchen, ja.« – »Von den Kindern habe ich schon eine ganze Weile nichts gehört, leider. Aber keine Nachricht ist eine gute Nachricht. Wäre etwas passiert, hätte ich das schon längst gehört.« – »Kurz nach Neujahr. Und du?« – »Ach!« – »Das ist ja allerhand! Und, war das schlimm?« – »Ich musste ja nur damals in Quarantäne, ganz am Anfang, als ein Kollege meines Sohnes Kontakt zu einer infizierten Person hatte.« – »Ja, völlig übertrieben. Ich hab mich bis heute nicht angesteckt.« – »Oder nichts gemerkt.« Sie zuckte mit den Schultern. »Stimmt.« – »Okay, dann lass uns bitte noch mal die Bestellung abgleichen.« Mit der Lesebrille auf der Nase prüfte Rosa die Notizen und beendete dann das Gespräch.
Entstanden bei der Übung 7-14-7 im Schreib-Forum. Bei dieser Übung sollte diesmal ein Text mit einem Telefonat entstehen, bei dem nur eine Seite des Dialogs gezeigt wird, dem man aber trotzdem folgen können sollte.
Bevor ich nächste Woche in mein Praktikum in der Bibliothek starte, habe ich noch einmal kurz Kräfte sammeln wollen.
Nun, der Reisebericht lässt sich sehr kompakt wiedergeben: Kurzfristig fand sich kein Zimmer am Meer, also nahm ich ein Hotel an einem See. Ich hatte um ein ruhiges Zimmer gebeten und direkt vor meinem Balkon fanden Bauarbeiten statt. Es war also nichts mit Schreibklausur und ich war häufig draußen.
Die Burg habe ich mir nicht angesehen und auch in der Moor-Therme war ich nicht. Dafür war ich in der Buchhandlung und habe mir ein neues Buch gekauft. :)
Mit einem wohligen Seufzer legte Rosalinde ihre Lektüre beiseite. Stroh auf dem Heuboden war so wunderbar prickelnd geschrieben, dass sie auch dieses Buch ihrer Lieblingsautorin ihrem Heinz in letzter Zeit vorgezogen hatte. Doch jetzt war es an der Zeit, aufzustehen. Es war schon später Nachmittag und in der Küche stapelte sich das schmutzige Geschirr der letzten drei Tage. Ächzend erhob sie sich und schlurfte in die Küche. Sag mir was Schmutziges, dachte sie und grinste schief. Auf die Küche traf das ganz eindeutig zu. Also stapelte sie die Teller, legte das Besteck in eine der Schüsseln und ließ Wasser ins Spülbecken ein. Gerade hatte sie den Topf abgewaschen und beiseitegestellt, da klingelte ihr Handy. Sie trocknete sich die Hände ab, nahm den Anruf entgegen und stellte das Telefon auf Lautsprecher. »Rosalinde?« »Ja, Heinz?« »Ich bin im Laden, aber sie haben die Butter nicht, die du haben wolltest.« Sie tauchte einen Teller ins Wasser. »Bist du in der Badewanne?«, fragte er. Sie lachte. »Heinz! Aber klar doch. Ich liege hier nackt, plansche ein bisschen und warte nur auf deine Rückkehr.« »Welche Butter soll ich denn jetzt mitbringen? Oder Margarine? Die haben sie auch.« »Du kannst Massageöl mitbringen.« Sie kicherte. »Für den Kuchen?« Vor Lachen ließ sie beinahe den Teller fallen. »Nein, natürlich nicht für den Kuchen.« »Heinz, ob Butter oder Margarine ist egal. Du kannst auch Hausmarke nehmen. Jetzt, wo alles so teuer ist. Aber den Geburtstagskuchen bekommt unser Enkelkind.« »Danke, meine Lotusblüte. Dann noch viel Spaß beim Baden.« »Bis gleich, mein wilder Hengst.« Rosalinde schüttelte den Kopf und fragte sich, ob wohl auch ein fremder Mann beim Plätschern des Spülwassers sofort an eine nackte Frau in der Badewanne denken würde. Vielleicht, dachte sie, sollte sie sich ein Beispiel an der Heldin aus Stroh auf dem Heuboden nehmen und sich mit dem Telefon ein kleines Zubrot verdienen. Genug Fantasie hatte sie auf jeden Fall und Spaß machen würde es sicher auch.
Nachdem Heinz sein Fahrrad abgestellt und die Einkäufe ausgepackt und verräumt hatte, fand er seine Frau in der Badewanne liegend vor.