Kurzurlaub in Bad Bederkesa

Bevor ich nächste Woche in mein Praktikum in der Bibliothek starte, habe ich noch einmal kurz Kräfte sammeln wollen.

Nun, der Reisebericht lässt sich sehr kompakt wiedergeben: Kurzfristig fand sich kein Zimmer am Meer, also nahm ich ein Hotel an einem See. Ich hatte um ein ruhiges Zimmer gebeten und direkt vor meinem Balkon fanden Bauarbeiten statt. Es war also nichts mit Schreibklausur und ich war häufig draußen.

Die Burg habe ich mir nicht angesehen und auch in der Moor-Therme war ich nicht. Dafür war ich in der Buchhandlung und habe mir ein neues Buch gekauft. :)

„Einmal kurz die Welt retten“ hat mich besonders inspiriert

„Einmal kurz die Welt retten“ hat mich besonders inspiriert

Der Blogring hat sich dieses Quartal die Frage gestellt, welche Bücher in der Vergangenheit besonders inspirierend waren. Für mich war das „Einmal kurz die Welt retten“ von Jennifer B. Wind, welches ich bereits letztes Jahr rezensiert habe.

Zum 51. Weltumwelttag präsentiere ich euch daher ein Interview mit der lieben Jennifer B. Wind, in dem es um ihr Herzensthema geht: Die Umwelt zu schützen und damit unsere Welt zu retten.

Interview

Viele Menschen sind sich bewusst, dass unsere Welt massiv bedroht ist, meinen aber, dass der Einzelne nichts dagegen ausrichten kann. Was würden Sie diesen Menschen sagen?
Doch, jeder kann etwas dazu beitragen. Natürlich ist es nicht jedem Menschen möglich, große Aktionen zu planen, aber das ist auch gar nicht notwendig. Jeder kann sich täglich im Kleinen fragen, ob er nicht doch hier oder da etwas tun kann, um einen Schritt zu nachhaltigerem Leben auf unserem Planeten zu leisten.
Zum Beispiel: Glas statt Plastik (ob als Flaschen oder Aufbewahrung), Bienenwachstücher statt Folien, Filter- statt Kapselkaffee, Kunstleder statt echtes Leder oder einfach mal ein Handy fünf Jahre lang benutzen, statt jedes Jahr ein neues zu kaufen. Auch bei der Kleidung können viele Menschen einsparen. Wussten Sie, dass laut einer aktuellen Studie, die Verschwendung im Konsumbereich aufzeigen soll, die Deutschen nur 36 Prozent der Bekleidung in ihren Schränken tatsächlich trägt. Der Rest „lagert“ dort nur. Besser wäre es demnach ein hochwertiges nachhaltiges Shirt statt zehn billiger T-Shirts zu kaufen, die Kinder in Bangladesch genäht und Frauen mit giftigen Chemikalien gefärbt haben.
Nicht jeder muss Veganer werden, mir ist klar, dass das für viele ein zu großer Schritt ist, aber wie wäre es mit drei fleischlosen Tagen in der Woche? Alleine das senkt den CO2 Ausstoß beträchtlich, der gerade in der Fleischindustrie extrem hoch ist. Ihnen fällt bestimmt noch etwas ein. Jeder kleinste Schritt zählt.

Was tun Sie persönlich alles der Umwelt zuliebe?
Zu den oben bereits genannten, achte ich seit Jahren darauf, wie ich einkaufe, es gibt Firmen, die ich grundsätzlich boykottiere, wozu etwa eine der größten Hersteller von Kapselkaffeemaschinen zählt. Ich kaufe nur neu, was nicht mehr funktioniert oder nicht mehr zu reparieren ist, egal ob es sich um Maschinen, Schuhe oder anderes handelt. Mein Laptop ist über 20 Jahre alt, aber er funktioniert noch. Wenn man weiß wie bestimmte Dinge hergestellt werden, dann versucht man alles, um hier so wenig Schaden wie möglich anzurichten. In meiner Familie wird zudem ausschließlich geduscht, nie gebadet, das Wasser wird zwischendurch abgedreht. Wir nutzen gesammeltes Regenwasser zum Gießen und haben einen Biopool. Zudem nutzen wir kleine Photovoltaikanlagen, die wir nun auch aufstocken werden, damit wir vielleicht bald das ganze Haus damit nutzen können, das ein Niedrigenergiehaus ist.
In der Gasse in der wir wohnen, sind viele Familien, die ebenfalls nachhaltig denken. Wir haben einen Hobbyimker, der uns alle mit Bienenprodukten versorgt. Eine Nachbarin hat eine nachhaltige Seifenmanufaktur. Wir nutzen unsere Gärten und teilen auch unser Obst und Gemüse. Wir tauschen viel miteinander, verschenken Sachen untereinander und haben auch Fahrgemeinschaften.
Natürlich ist niemand perfekt. Ich bin immer wieder am Aussortieren unnötiger Sachen, die sich trotzdem angesammelt haben. Aber perfekt muss auch nicht sein, wichtig ist, ob man grundsätzlich was ändern will und bereit ist dafür auch Opfer zu bringen.

Jennifer B. Wind

Das tue ich selbst

  • Ich verzichte weitgehend auf Fleisch und genieße vegane Ersatzprodukte
  • Ich fahre kein Auto, sondern mit dem ÖPNV
  • Ich unternehme keine Flugreisen
  • Ich ziehe Produkte aus Holz/Metall solchen aus Plastik vor
  • Ich ziehe Lebensmittel in Verpackungen aus Pappe/Papier oder Glas solchen aus Plastik vor
  • Ich heize sparsam, dusche lauwarm
  • Ich kaufe Elektronikprodukte erst dann neu, wenn sie nicht mehr funktionieren
  • Ich verschwende kein Papier, sondern bedrucke beidseitig
  • Ich besitze für zwei Wochen Kleidung, mehr nicht
  • Ich trenne weiterhin meinen Müll und überlege, was ich noch tun kann

Mich hat dieses von Jenny herausgegebene Buch nachhaltig beschäftigt, sodass ich mich mehr ins Thema Klimawandel eingelesen habe. Das ging soweit, dass ich selbst eine Kurzgeschichte geschrieben habe, die sich mit einer möglichen Klimazukunft befasst: Projekt Rhein.

Euer Ingo S. Anders

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Vorbereitung auf meine erste Solo-Lesung

Vorbereitung auf meine erste Solo-Lesung

Es ist meine erste Lesung, bei der ich Tobaksplitter live präsentieren werde und vor allem ist es meine erste Solo-Lesung überhaupt. Ich bin froh, dass Hamburg Pride die Möglichkeit bietet, kostenlos aufzutreten, und auch die Veranstaltung bewirbt. So ist der Rahmen gegeben und ich kann mich quasi ins gemachte Nest setzen. Dazu kommt, dass dieses Jahr das CSD-Motto „Selbstbestimmung jetzt! Verbündet gegen Trans*feindlichkeit“ zu mir und meinen queeren Texten wie die Faust aufs Auge passt und wenn ich jetzt nicht auf die Bühne gehe, dann nie. Ich muss nur ein Anmeldeformular ausfüllen und dann – ja, eben „nur“.

Ich als Bürohengst habe nichts gegen Formulare, wie ihr wisst, aber bei diesem packt mich das Lampenfieber. Es erinnert mich an die Zeit, als mir beim Einreichen von Wettbewerbsbeiträgen der Angstschweiß ausbrach. Die ersten konnte ich nicht einmal alleine absenden, zu groß war die Angst, zu versagen. Inzwischen habe ich so viele Absagen kassiert, dass ich mich daran gewöhnt habe, dass das eben die Regel ist und nicht die Ausnahme. Die Übung hat dazu geführt, dass mir das nicht mehr schwerer fällt als jede andere Mail auch. Nun hoffe ich, dass es mir mit den Lesungen ähnlich gehen wird.

Denn eigentlich trete ich gerne auf. Eigentlich werde ich gerne gehört. Ich habe nur Angst vor Ablehnung. Bei manchen Texten ist es doch sehr schwer, zwischen dem literarischen Ich und meiner Person zu trennen – vor allem dann, wenn ich weiß, dass es sich um autobiografische Elemente handelt.

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Wir tun es wieder!

Wir tun es wieder!

Zum zweiten Mal wählte der Frei!Geist Autorenverlag einen Text von mir aus. Nein, zwei sogar!
Das Thema der Ausschreibung war diesmal „Queerness und Queerfeindlichkeit“. Zu beiden Themen hatte ich je eine Geschichte eingereicht. Ich denke, dass ich noch nicht zu viel verrate, wenn ich sage: Ihr dürft euch auf einen Transmann als Protagonisten freuen.


Im Augenblick arbeite ich an einer Kurzgeschichte, die dem Genre Science Fiction zuzuordnen ist. Da diese gerade ruht, will ich mich mal wieder um die Überarbeitung von Schwuppenplanschen kümmern. Da hatte sich noch eine Plotlücke aufgetan. Sobald ich das Feedback von meinen Testleser:innen habe, mache ich mich dann wieder an die nächste Überarbeitungsrunde der aktuellen Kurzgeschichte. Soweit mein Plan – das Leben hat oft andere Pläne.

Der Genesungsbegleiter schmort im Frostfach ganz unten. ;)


Meine Arbeitserprobung macht mir großen Spaß. Ich hab gerade das Gefühl, schon am dritten Tag eine Beförderung bekommen zu haben, weil ich mich in einem neuen Aufgabenfeld ausprobieren darf. Etwas, das mich früher schon mit Begeisterung getan habe: Mit neuer Software herumspielen. :D
Wenn es so weitergeht wie jetzt, kann ich wohl auch das Arbeitspensum in absehbarer Zeit erhöhen. Nur einmal in der Woche im Büro zu sein, bedeutet nämlich leider, dass man nicht mit Datenpflege betraut wird, weil man dazu jeden Tag da sein sollte. Ganz wie auf dem ersten Arbeitsmarkt auch.

Ingo liebt seine Akten

Ingo liebt seine Akten

Meine Eltern hatten ein eigenes Büro und so wuchs ich als Arbeitgeberkind auf.
Ich erinnere mich noch an die typische Duftnote im Büro meines Vaters, die sich von der in den anderen Räumlichkeiten unterschied. Oben in seinem Büro und dem seiner Sekretärin herrschten seine Zigarillos und sein Aftershave vor. Unten, wo meine Mutter und die Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze hatten, wetteiferte die Druckerschwärze des Kopierers mit der Tinte der Stifte, die die Technische Zeichnerin benutzte. Natürlich waren dies nur dezente Noten, die im kalten Zigarettenrauch der Kollegen fast untergingen.
Für mich roch das damals mehr nach einem Zuhause als unser Haus, in dem der Geruch des Hundes dominierte. Und so ist es noch heute. Ich ziehe Büroluft dem Bücherduft vor. Mit einem Unterschied: Ich mag keinen Rauch.

Der Kopierer

Ich durfte schon früh den Kopierer benutzen. Anfangs, um damit zu spielen und später, um Akten zu kopieren. Ausheften, auf das Flachbett, zuklappen, auf den Knopf drücken. Wieder den Deckel hoch, einheften und von vorn. Jedes einzelne Blatt, wenn Seiten geheftet waren. Und es war viel geheftet. Dabei war darauf zu achten, dass die Reihenfolge sowohl der Vorlage als auch der Kopien nicht durcheinanderkam.
Unser Kopierer war damals noch ein riesiges Ungetüm, das auf dem Boden stand. Es hattet vergleichsweise wenig Funktionen. Kopieren eben. Dabei konnte es entweder alle gleichen Seiten in einem Fach sammeln, oder die Kopiervorlage in der richtigen Reihenfolge. Unser Kopierer konnte Farbkopien machen und das war damals noch selten.
Manchmal konnte ich sogar einem Mitarbeiter weiterhelfen, der sich mit dem Gerät noch nicht so gut auskannte. Etwa mit dem Hinweis, dass man sich die Hände nicht waschen darf, wenn nach einem Tonerwechsel Tintenpulver daran haftet. Denn damit machte man es nur schlimmer und das wusste nicht jeder. (Die Tinte wurde flüssig und färbte die Haut; das hielt an, bis die Haut sich erneuert hat.) Am besten zog man Handschuhe an, denn auch Schweiß löste die Farbe.
Oder es ging um die Frage, wie man das Gerät dazu brachte, ein anderes Fach zu nutzen, weil man eine Vorlage in einem anderen Format als DIN A4 hatte.

Zuhause

Als Schriftsteller schäme ich mich fast, das zuzugeben, aber: In meinem Regal zu Hause nehmen meine Akten mehr Raum ein als Bücher. Für mich sind meine Unterlagen so etwas wie für andere Fotoalben. Da hängen Erinnerungen dran, weshalb es mir schwerfällt, alte Vorgänge zu entsorgen. Ich hefte jedes einzelne Schreiben ab.
Leider gibt es immer mehr Geschäftspartner, die gänzlich auf digitale Konversation umgestiegen sind. Wenn ich da nicht alles ausdrucken will, was ich online einsehen kann, bleiben die neuen Akten sehr dünn. Und so weit gehe ich dann doch nicht, Mails auszudrucken.
Es gibt noch einen weiteren Aspekt, warum ich an den Aktenordnern festhalte und sie nicht schon längst verschlankt oder gar entsorgt habe: Ich fühle mich wohl in meiner kleinen Büro-Ecke. Die Präsenz der Akten fühlt sich für mich nach einem Zuhause an.

Euer Ingo S. Anders

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