Transgender Day of Remembrance 2021

Transgender Day of Remembrance 2021

Heute gedenken wir der Menschen, die transphober Hassverbrechen zum Opfer gefallen sind. Da mir die Worte fehlen, zeige ich euch eine Auswahl der Kunst, die ich – abseits von Texten – im Zusammenhang mit dem Thema trans* geschaffen habe.

Dieses Bild entstand in einem Rahmen eines Kurses zur Trauerbewältigung nach dem Tod meines Vaters. Die Stehpinkelei war mir leider nur wenige Mal mittels Hilfmitteln vergönnt.

Im Zusammenhang mit meiner damaligen Gewichtsreduktion fragte ich mich in einer Reihe von Bildern, was für ein Körper unter meinen Pfunden wohl verborgen sein mochte. Dabei suchte ich gezielt nach den Muskeln.

Um das besser begreifen zu können, formte ich aus Resten bereits angetrockneten Tons eine Plastik.

Für Kopf und Arme reichte es nicht mehr. Mittlerweile hat auch noch der Zahn der Zeit an dem guten Stück genagt; die Beine sind schon lange abgebrochen.

Mit einer frischen Ladung Ton tastete ich mich vor dem Hintergrund meiner Erfahrungen mit dem Tango auch an meine weibliche Seite heran, die sich im Wechsel von Führen und Folgen aufzulösen schien.

Auch solche Menschen gibt es. Transmänner und Transfrauen ohne genitalangleichende Operation. Sagt Hallo zu den Prototypen von Dennis und Rasheeda, die in Schwuppenplanschen ihren Auftritt haben.
Mit dieser Zeichnung kann ich für Sichtbarkeit sorgen, ohne jemandem die Hosen runterzuziehen.
Ich möchte nur hoffen, ich sehe es nicht eines Tages als Piktogramm an speziell ausgewiesenen Transgender-Toiletten wieder.

Tobaksplitter erscheint im Oktober!

Tobaksplitter erscheint im Oktober!

Im Buchhandel voraussichtlich erhältlich ab: 1. Oktober 2021. Noch feile ich am letzten Schliff.

Meine Lektorin hat mir so viel Nettes dazu geschrieben, ein Auszug:

Danke Dir, dass ich diese Texte lesen und bearbeiten durfte. Ich fühle mich emotional und wissenstechnisch vielfach bereichert und auf eindrückliche Weise sensibilisiert für ein Thema, das so ein Otto-Normal-Cismensch ja so ungefähr überhaupt nicht auf dem Schirm hat. Da muss man sich ja wirklich fast schämen, die Komplexität und Tiefe ist der Wahnsinn. Das betrifft nicht nur die trans* Themen, sondern auch in vielerlei Hinsicht den Rest. (Psychiatrie-Erfahrung und so).
 
Mir haben Deine Texte ausnehmend gut gefallen. Du nimmst den Leser fest an die Hand und mit auf die Reise und lässt ihn nicht los, bis die Fahrt vorbei ist. Mein Lieblingstext ist „Herbstsonate“, weil Du die Musik da so wunderschön mit einbaust, so wie ich es soooo gerne mag. „Für immer“ macht so richtig krass Gänsehaut, „Über das Danach“ dito. „Die Hand ausgerutscht“ treibt mir die Tränen in die Augen.

%d Bloggern gefällt das: