#diverserdonnerstag: Sicherheit

#diverserdonnerstag: Sicherheit

Während ich mich noch frage, wie Sicherheit ein Privileg sein kann, fällt mir der Krieg in Afghanistan ein. Als nächstes denke ich an homo- oder transphobe sowie rassistische Übergriffe. Dann wird mir klar, dass auch Geld eine ganze Menge Sicherheit schaffen kann, indem man Versicherungen abschließt und sich damit die Angst abkaufen lässt vor Feuer, Einbruch, Diebstahl Krankheit, Unfällen und was es alles gibt. Auch Alarmanlagen kann man sich einbauen lassen, Kameras installieren und sogar einen Panic Room. Hat man das Geld dafür nicht, kann man das alles nicht haben. Aber ist man dadurch weniger sicher? Sicherheit ist doch vor allem ein Gefühl. Es ist das Fehlen der Sorge vor dem möglichen Eintreten verschiedenster Ereignisse. Dass man derzeit in Afghanistan erschossen wird, ist freilich weitaus wahrscheinlicher als in Deutschland. Die Leute machen sich ja nicht ohne Grund auf den Weg.

Natürlich: Kondome schützen. Prep schützt. Kugelsichere Westen schützen ebenso wie Fahrradhelme und Anschnallgurte. Alles mit wissenschaftlich nachgewiesener Wahrscheinlichkeit.

Als Blogger fühle ich mich durch das Internet relativ geschützt. Da ist eine Barriere, ich kann einfach die Kiste zuklappen und es ist Ruhe im Karton. Bis ich einmal eine Postkarte »von einem unbekannten Witzbold« bekam. Das hat mir einen Heidenschreck eingejagt und mein Blog war zwei Jahre off. Später gab sich der Absender mir gegenüber zu erkennen. Die Erinnerung bleibt. Deshalb versuche ich, nicht zu viel private Informationen preiszugeben. Ich versuche, seriös aufzutreten. Ich versuche irgendwie mit diesem Gefühl der jetzt geminderten Sicherheit umzugehen. Dabei ist es faktisch genau dasselbe Risiko wie zuvor.
Als Autor habe ich mir vor der Veröffentlichung große Sorgen gemacht, wie man nach der Lektüre auf mich zugehen könnte. Meine Geschichten können aufwühlen und aufgebrachte Menschen verhalten sich nicht immer rational und handeln schon gar nicht überlegt.

Wenn man (Menschen oder) Figuren miteinander vergleicht, muss sich zwangsläufig eine sicherer fühlen als die andere und seien die Unterschiede noch so fein. Aber vielleicht hinsichtlich verschiedener Aspekte, sodass kein Machtgefälle entsteht.
Schwuppenplanschen: Dennis macht sich Sorgen wegen seines Outings als Transmann, Rasheeda hat zudem eine dunklere Hautfarbe und hätte also einen zusätzlichen Grund zur Sorge, sie ist aber eher taff und Dennis ohnehin ein ängstlicher Typ.
Der Genesungsbegleiter: Lena ist in einer akuten psychischen Krise, Mark ist stabil und tritt als ihr Mentor auf. Lena ist einfach verletzlicher, ihre ganze Welt ist gerade zusammengebrochen und sie hinterfragt naturgemäß vieles.
In meinem angedachten Thriller, der noch nicht fertig geplant ist, wird ein Lehrer auftauchen, der seine Schüler:innen beschützen möchte. Das wird da eine große Rolle spielen. Mehr verrate ich noch nicht.

#diverserdonnerstag: Coming-Out

#diverserdonnerstag: Coming-Out

»Ich bin schwul und das ist auch gut so«, sagte einst Klaus Wowereit. Zwanzig Jahre ist das her. Ist es seither leichter geworden, sich zu outen? Im allgemeinen Ja, im Einzelfall Nein.

Gibt es in deinen Geschichten Coming-Outs?

Ja und Nein. In meinem Genesungsbegleiter geht es um ein ganz anderes Thema, das Paar im Fokus ist hetero. In Schwuppenplanschen ist es für Dennis eine Hürde, die er zu nehmen hat. Nicht, weil er schwul ist, sondern weil er trans* ist. Das weiß sein Love Interest noch nicht und Dennis ist es unangenehm, sich zu offenbaren; er hat Angst vor Ablehnung.

Umgang mit Sexualitäten/Gender

Schwuppenplanschen spielt in einer Blase, in der es normal ist, trans* zu sein. Aus Sicht des Protas ist hier der Cismann das unbekannte Wesen. Ich versuche, beiden Seiten gerecht zu werden. Für den Cismann ist es natürlich normal, cis zu sein.

Worauf sollten wir beim Beschreiben eines Coming-Outs achten?

Ich finde es wichtig, beide Seiten zu zeigen. Es ist nicht nur schwer, für denjenigen, der sich offenbart. Es ist eben auch eine Offenbarung für denjenigen, der plötzlich etwas Neues über sein Gegenüber erfährt. Das kann das Vertrauen infrage stellen, das kann das ganze Weltbild ins Wanken bringen.

#diverserdonnerstag: Klassismus

#diverserdonnerstag: Klassismus

»Bonzenkind!«, bekam ich oft zu hören. Gleichzeitig bekam ich vonseiten meiner Eltern zu hören, wir seien nicht Krösus. Mein Vater leitete ein kleines Unternehmen mit bis zu 25 Mitarbeitern. Und die bekamen immer zuerst ihr Geld, bevor wir dran waren.

»Klassismus bezeichnet Vorurteile oder Diskriminierung aufgrund der sozialen Herkunft oder der sozialen Position und richtet sich meist gegen Angehörige einer ›niedrigeren‹ sozialen Klasse.«

Wikipedia am 11.10.21, 14:40

Ich wuchs im reichsten Stadtteil einer Kleinstadt auf, oder zumindest dem mit der teuersten Wohnlage. Besuche bei Klassenkameraden, die nicht in freistehenden oder wenigstens Reihenhäusern lebten, sondern alle zusammen in einer Wohnung mit nur drei Zimmern, bereiteten mir einen Kulturschock – andersrum genauso.
Ich selbst machte mit HartzIV kurzzeitig Bekanntschaft, als ich dann auf 18qm meine ersten eigenen vier Wände hatte. Ich fühlte mich finanziell unabhängig und war doch vom Regen in die Traufe gekommen.

Wie gestalte ich also meine Figuren in meinen Geschichten? Sind sie finanziell bessergestellt? Sind sie sich dessen bewusst?

Nehmen wir mal meine Protagonisten Mark und Lena aus meinem ersten Roman Der Genesungsbegleiter (Arbeitstitel).
Beide leben in Haushalten, in denen Bücherregale stehen. Lenas Vater ist Journalist und liest täglich mehrere Zeitungen, da ist das naheliegend, dass sie einen wichtigen Halt im Lesen gefunden hat. Er lebt in einer Eigentumswohnung, sie in einem gemieteten Apartment.
Und Mark? Sein Vater ist Malermeister. Der liest ein Automagazin und fertig. Trotzdem gibt es ein Räumchen, das sie als Bibliothek bezeichnen, in dem mehrere (!) Bücherregale stehen. Marks Mutter ist Floristin und sammelt leidenschaftlich Zeitungsausschnitte. Schon wieder Zeitungen!
Marks Oma mütterlicherseits war Schriftstellerin.

Das bedeutet: Ja, meine beiden Turteltäubchen sind vom Elternhaus her finanziell bessergestellt.
Lena ist das überhaupt nicht klar, sie hat wenig soziale Kontakte und blickt anfangs kaum über ihren Tellerrand. Die Freunde ihres Vaters kommen ebenfalls aus gut situierten Haushalten, weshalb sie eben das für »normal« hält.
In Marks Elternhaus ist es omnipräsent, dass er (der Vater) sich (und seiner Familie) alles selbst hart erarbeitet hat. Durch seine EX-IN-Ausbildung kommt Mark mit Erwerbsminderungsrentnern in Kontakt, die von der Grundsicherung leben müssen. Die froh sind, sich bald wenigstens 450 Euro dazuverdienen zu dürfen, was für sie einen Riesenunterschied ausmacht, auch wenn es nicht für große Sprünge reicht. Das wird allerdings nicht thematisiert, es gehört zur Vorgeschichte, die man nicht erzählt, aber für die Figurenentwicklung braucht.

Wenn in dieser Geschichte jemand Vorurteile gegenüber jemandem wegen der sozialen Position oder Herkunft hat, dann Marks Vater gegenüber seinem Schwiegervater, denn der war ihm bereits gebürtig »überlegen« und hat auf ihn herabgeblickt, weil seine Tochter »unter Stand« geheiratet hat und seinen Segen nur ihr zuliebe zähneknirschend gegeben. Beide konkurrierten ständig miteinander. Aber das ist eine andere Geschichte.

5. Virtueller Literaturcon – Aufzeichnungen

5. Virtueller Literaturcon – Aufzeichnungen

Diejenigen, die am Wochenende keine Zeit hatten, können sich die Veranstaltung nachträglich anschauen.
Das Programm hatte ich hier angekündigt; es wurde jedoch spontan etwas umgestellt, da eine Lesung wegen Computerstreik von Freitag auf Sonntag verschoben werden musste und zwei kurzfristig ganz ausfielen.

5. Virtueller Literaturcon

5. Virtueller Literaturcon

Habt ihr schon Pläne für das erste Oktoberwochenende?
Es gibt nichts Gemütlicheres, als sich mit einem Buch in den Lesesessel zu kuscheln, aber es gibt etwas Geselligeres:
Erlebt eine Lesung online vor atemberaubender Kulisse bequem von zu Hause aus!

Es kostet keinen Eintritt und es ist keine Voranmeldung nötig!

Wenn ihr nur zuschauen wollt, reicht es, den Stream bei Youtube zu verfolgen. Mich könnt ihr dann vielleicht als Avatar im Publikum sehen. Ich habe mir den Termin schon vorgemerkt und werde spontan entscheiden, ob ich dabei bin.

1. bis 3. Oktober: Der Fünfte Virtuelle Literaturcon

Freitag, 1. Oktober:
20.00 Uhr – 21.00 Uhr Talkien – Der Phantastiktalk (Real Talk live in Discord und Youtube) mit Norbert Fiks, Gabriele Behrend, Jörg Benne und weiteren Gästen!
21.00 Uhr – 21.30 Uhr Andrea Bannert „Clyátomon Band 3“ Romanauszug
21.30 Uhr – 22.00 Uhr Erik R. Andara „Die Erloschenen“ Romanauszug
22.00 Uhr – 22.30 Uhr Bernhard Stäber „Midgards Schild “ Romanauszug

Samstag, 2. Oktober:
17.00 Uhr – 18.00 Uhr Congeplauder in Discord
18.00 Uhr – 19.00 Uhr Congeplauder in Discord
19.00 Uhr – 19.30 Uhr Allan J.Stark
19.30 Uhr – 20.00 Uhr Maike Braun (mit Thorsten Küper)
20.00 Uhr – 20.30 Uhr Melanie Vogltanz
20.30 Uhr – 21.00 Uhr Axel Kruse
21.00 Uhr – 21.30 Uhr Jörg Benne „Verax – Das Experiment“ Romanauszug
21.30 Uhr – 22.00 Uhr Rael Wissdorf
22.00 Uhr – 22.30 Uhr Galax Giordano
22.30 Uhr – 23.00 Uhr Psiquence Live Concert

Sonntag, 3. Oktober:
17.00 Uhr – 18.00 Uhr Congeplauder in Discord
18.00 Uhr – 19.30 Uhr Congeplauder in Discord
19.30 Uhr – 20.00 Uhr Markus Gersting „Hydorgol 4“ Romanauszug
20.00 Uhr – 20.30 Uhr Judith und Christian Vogt „Anarchie Deco“ Romanauszug
20.30 Uhr – 21.00 Uhr Gabriele Behrend (mit Judith Vogt) „Fanny nimmt sich Zeit“
21.00 Uhr – 21.30 Uhr Uwe Hermann „Nanopark“ Romanauszug
21.30 Uhr – 22.00 Uhr Faye Hell „Das Zeitalter der Kröte“ Romanauszug
22.00 Uhr – 22.30 Uhr Thomas Heidemann „FEUERSTURM – Das McGregga-Armageddon“

Ton über den Discord-Server der Brennenden: https://discord.gg/P3x79Xw

Live Video Übertragung auf youtube unter https://www.youtube.de/brennendebuchstaben

SLURL: https://maps.secondlife.com/secondlife/Port%20Genieva/51/108/22

Bild: Küperpunk

LOS (Ylvie Wolf)

LOS (Ylvie Wolf)

Eine junge Frau, gebrandmarkt, versucht ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen. Doch genau diese holt sie ein, als sie an ihren Heimatort zurückkehrt.
So ist nicht verwunderlich, dass die anfängliche Liebesgeschichte zu einem packenden Thriller wird.

Es handelt sich um einen Kurzroman, der sich leicht in wenigen Stunden durchlesen lässt. Ich fand das ein sehr interessantes Debüt, das sich gar nicht so leicht in eine Schublade packen lässt. Das mag aber auch daran liegen, dass ich mich mit Genres noch nicht besonders gut auskenne. Möglicherweise handelt es sich um einen Ladythriller.

Oh mein Gott, habe ich etwas einen Ladythriller gelesen? Oh nein, pfui! -.-

42 Grad (Wolf Harlander)

42 Grad (Wolf Harlander)

Mutter Natur kann nicht nur Sintflut, sie kann auch das Gegenteil! Diese Lektüre hat mich zum Schwitzen gebracht und ich hatte ständig Durst. Gut, dass ich reichlich Wasser aus der Leitung bekam, das ich mir neben meinem Lesesessel bereitstellen konnte.

Ein Pageturner ist dieses Buch in meinen Augen nicht, aber das ist auch ganz gut so, damit man die Zusammenhänge begreifen und sich zuweilen von den schockierenden Bildern erholen kann. Mehr als die Ermittlungen gegen die Verbrecher hat mich das Katastrophenszenario in seinen Bann gezogen.

Was passiert wirklich, wenn die Temperaturen weltweit immer weiter steigen? Schon jetzt haben wir hier klimatische Verhältnisse wie noch vor einigen Jahren nur aus Amerika bekannt und wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen, werden wir bald Verhältnisse wie in Afrika haben. Hitze. Dürre. Tod.

„42 Grad“ von Wolf Harlander wäre kein Thriller, wenn nicht auch kriminelle Kräfte zu einer Verschärfung des Wassermangels beitragen würden. Das Ende fand ich wenig überraschend. Trotzdem wird mir dieses Buch, das ich bei schlappen 30 Grad im Schatten las, noch lange im Gedächtnis bleiben, denn das Thema ist brandheiß, gab es doch zeitgleich in Amerika Rekordtemperaturen über 50 Grad mit etlichen Hitzetoten.
Und jetzt haben wir in Europa großflächige Waldbrände, wie sie auch im Buch eine Rolle spielen.

Die Geschichte basiert auf Fakten (ttt -titel, thesen, temperamente dazu): https://www.youtube.com/watch?v=5jFqnZ5NiEg

Kleines Manko in meinen Augen: Die französischen /schweizer Guillemets, die mich beim Lesen arg irritiert haben, weil ich die Anführungszeichen umgekehrt gewohnt bin.

Schwuppenplanschen pausiert

Etwas zu kurz geraten
Wie soll ich sagen? Zwischenzeitlich konnte ich bei Schwuppenplanschen Richtfest feiern; die Rohfassung war zu Ende geschrieben. Leider hatte sie da gerade mal etwa 21k Wörter. Jetzt 22k, nachdem ich begonnen habe, die Szenen auszuschmücken, was ich nur höchst ungern tue. Ich tippe die Dialoge runter und am liebsten würde ich es dabei belassen. In einer Kurzgeschichte kann man das auch mal machen, aber nicht in einem Roman.
Mit dem jetzigen Umfang hat das Werk allerdings erst knapp den Umfang einer Novelle erreicht und ist weit entfernt von einem Roman – dreimal so lang sollte es werden. Nur mit ausschmücken werde ich das auch nicht mehr schaffen, denke ich. Der Mittelteil ist viel zu dünn, das Ende bisher nur skizziert.
Ich kann nun zweierlei tun: Grundlegend den Plot überarbeiten und neue Szenen einfügen oder gar eine ganze Nebenhandlung – oder mich auf eine Novelle beschränken. Ich weiß es noch nicht, aber ich tendiere dazu, den Plot auszubauen.

Die elende Überarbeitung
Ich muss zugeben, dass ich die Überarbeitung immer ziemlich vor mir herschiebe.
Irgendwie habe ich ein Problem damit, einmal hingeschriebene Zeilen noch einmal zu verändern. Wenn ich mich dransetze, um den Szenen mehr Atmosphäre zu verleihen, sehe ich wieder alles vor mir (das ich noch nicht alles hingeschrieben habe) und lese meine eigene Geschichte, anstatt sie zu überarbeiten. Ich nehme stark an, dass das ein Indiz dafür ist, dass ich sie ruhen lassen muss, bis ich so viel Abstand habe, dass ich den Text lesen kann, als sei es eine fremde Geschichte.
Wenn ich dagegen Rückmeldungen von etwa Testlesern bekomme, dann ist das kein Problem, schnell etwas zu ändern. Aber ohne diese Impulse bin ich betriebsblind, wie wohl jede:r ab einem gewissen Punkt.
Deshalb habe ich die erste Überarbeitung zunächst pausiert. Ich hoffe nur, ich schiebe sie nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vor mir her.

Ein Anflug von Größenwahn
Es hat mich mal wieder ein Wettbewerb angelacht.
Ich habe übrigens seit Anfang 2020 an 10 Wettbewerben teilgenommen und seither 8 Absagen erhalten bzw. Daten von Preisverleihungen – an denen ich nicht teilnahm – verstreichen sehen, eine Rückmeldung steht aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf noch aus und einmal habe ich es auf die Longlist geschafft: Sparte Queer beim Berliner Literaturpreis Wortrandale 2020. Dabei habe ich jetzt nicht mitgezählt, wenn ich, wie in diesem Fall, mehrere Geschichten einreichen durfte.
Ich habe also in einem verzweifelten Anfall von »Ich kann das und wenn nicht, ist es eh egal!« just einen Auszug von Schwuppenplanschen eingereicht. Wenn ich Pech habe, muss ich aus diesem noch nicht abgeschlossenen Werk lesen – und das vor Fernsehpublikum.
Wenn ich Absagen bekomme, bin ich immer erleichtert, dass ich nicht vorlesen muss. In diesem Fall würde mich eine solche Auszeichnung sicherlich beflügeln, das Werk in welchem Umfang auch immer fertigzustellen, weil es mir zeigen würde, dass Interesse an der Geschichte besteht. Ich mache mir allerdings keine großen Hoffnungen.

Und schon steht der nächste Wettbewerb vor der Tür: #newwritingtalent
Für den würde ich ein neues Projekt starten. Da wird nämlich ein ganzer Roman gesucht. Das wäre allerdings sehr sportlich, würde ich das innerhalb von 10 Wochen schaffen.

Making of: Schwuppenplanschen – Schwimm dich in sein Herz!

Auch das ist nur der Arbeitstitel. Mit diesem Projekt geht es in die Trans*szene, passend zum Pride Month.

Worum geht es in der Geschichte?
Es ist noch kein richtiger Klappentext, zeigt aber schon, wo es hingeht:
In der Dusche des Freibades erlebt Dennis, wie alle mit Fingern auf ihn zeigen und glaubt danach nicht mehr daran, je einen Partner zu finden. Seine beste Freundin Rasheeda redet ihm gut zu und auf dem CSD fällt ihnen ein Flyer des queeren Sportvereins in die Hände, der mit »Schwuppenplanschen« wirbt.
Kann er sich überwinden, auf diesem Weg Kontakte in die schwule Szene zu knüpfen?

Warum schreibe gerade ich diese Geschichte?
Wer seit der ersten Stunde meinem Blog folgt, weiß, dass ich selbst auch Transmann bin. Ich weiß also, wovon ich schreibe, wenn ich über Transmänner schreibe. Es ist wichtig, in der Literatur für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. Neben Autobiografien, die sicher auch interessant sind, fehlen mir Romane. Ich will Figuren schaffen, mit denen man sich identifizieren kann und Zeit verbringen möchte.

Geht es diesmal schneller?
Ich hoffe es sehr. Berauscht von meinem letztjährigen NaNoWriMo-Erfolg glaubte ich, es rein rechnerisch schaffen zu können, innerhalb von drei Monaten einen Roman zu schreiben und das bequem. Tja. Die Zeit habe ich damit verbracht, einen halbwegs brauchbaren Plot auf die Beine zu stellen, Probeleser zu suchen, Recherchequellen aufzutun und mich mit den Figuren vertraut zu machen.
Spontan habe ich für einen Wettbewerb ein Exposé für diese Geschichte geschrieben und eingereicht und versucht, mir damit Zeitdruck zu machen. Das hat leider nicht so gut geklappt und ich habe es doch sehr schleifen lassen. Meine tägliche Schreibroutine, die ich nach der SGZ-Aktion für meinen Roman gleich übernehmen wollte, war schnell dahin.
Instagram kostet auch Zeit. Wenn ich nicht schreibe, ist fehlende Zeit jedoch nicht das Problem, wenn ich ehrlich bin. Die Geschichte fühlt sich noch nicht reif an, auch wenn die Zeit reif wäre …

Exposés, Recherche, Networking, Bloggen …

Exposés, Recherche, Networking, Bloggen …

Liebe Leute, wann findet ihr Zeit zum Schreiben? Diejenigen, die noch einen Brotberuf haben und Kinder …
Ich gebe zu, ich prokrastiniere etwas. Irgendwie bin ich noch nicht ganz an den Figuren und damit an der Geschichte dran.

Um für eine meiner Figuren zu recherchieren, habe ich mich in einem Forum angemeldet und dort auch schon Antworten gefunden, aber wie das so ist: Mein Unwissen vergrößert sich mit zunehmendem Wissen. Ab und an bin ich also in diesem Forum unterwegs, zusätzlich zu den anderen, in denen ich mein Unwesen treibe.
Nebenbei läuft eigentlich immer Discord, weil ich einen eigenen Server betreibe, der zum Schreib-Forum gehört. Dort bin ich jetzt auch auf einem weiteren, auf dem einige Schreibgruppen entstehen. Darüber habe ich auch schon Recherchefragen beantwortet bekommen.

Wie euch vielleicht schon aufgefallen ist, bin ich jetzt auch neu auf Instagram und arbeite mich da noch ein. Mit den Hashtags bin ich noch ziemlich überfordert, aber das wird schon noch. Ich finde es wirklich lästig, für jeden Beitrag ein Foto machen zu müssen, denn ich bin ein lausiger Fotograf. Aber da habe ich auch schon Ideen, wie ich mir da etwas bastel.
Tja, und nachdem die SGZ-Aktion zu Ende war, hatte ich erst mal überhaupt keine Ahnung, wie ich da jetzt weitermachen will mit den Blogs und Instagram. Zuerst dachte ich, ich blogge in der Schreibkommune für Schreibanfänger Schreibtipps und hier eine Fortsetzungsgeschichte als konzertierte Aktion mit Anregungen aus Instagram. Dann fühlte ich mich plötzlich absolut unwürdig, Schreibtipps zu erteilen, weil ich gemerkt habe, wie wenig fortgeschritten ich selbst bin im Vergleich zu erfolgreichen Autor:innen. Und so etwas auszuarbeiten kostet wirklich Zeit. In Ermangelung besserer Ideen werde ich aber an dieser festhalten. Einmal im Monat zu posten sollte jedoch auch reichen, was die Schreibkommune angeht.

Weil ich auch mit dem aktuellen Roman so auf der Stelle trat, habe ich dann, um nicht gar nichts zu machen, meine Exposés überarbeitet. Das erste Feedback, das ich dazu (Der Genesungsbegleiter) erhalten habe, stimmt mich nun nicht freudig, allenfalls erneut überarbeitungswütig.
Und zwar überlege ich, das Manuskript tatsächlich zu trennen in Ratgeber und Roman, da ich das nun zum zweiten Mal gehört habe, ich solle mich entscheiden zwischen Lehrbuch und Liebesroman oder Entwicklungsroman. Beim ersten Mal waren die Grundlage lediglich der Arbeitstitel und die ersten drei Kapitel.
Die Alternative wäre, drauf zu scheißen und ganz bewusst so ins Selfpublishing zu gehen. Auch zu einer Kurzgeschichte habe ich mal Rückmeldung dahingehend bekommen, das passe so zwar in ein Sachbuch, aber nicht in einen Roman, weil zu viel erklärt wurde. Ich muss zugeben, ich bin tatsächlich so an den Text rangegangen. Ich wollte beides miteinander verbinden: Unterhaltung und Öffentlichkeitsarbeit. In beiden Fällen.

Jetzt ist wohl eine Grundsatzentscheidung fällig. Genre oder Mix, Verlag oder Selfpublishing. Oder doch in die Rundablage und die Zeit als Lehrzeit abhaken?

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