Die Bessassin

Die Bessassin

Heute stellt sich Fantasy-Autorin und stolze Mitbegründerin des Blogrings Bernadette „Bess“ Klein vor.

Bess gehört zu den Leuten, die schon Gedichte erdachten, bevor sie das Alphabet beherrschten, zum Leidwesen ihrer Mutter, die sie für sie niederschreiben musste. Glücklicherweise ließen die eigenen Schreibkenntnisse nicht lange auf sich warten, sodass sie im stolzen Alter von sieben Jahren ihren ersten Gedichtband herausbrachte – mit dem Nadeldrucker des Onkels auf Endlospapier gebannt und liebevoll mit Filzstift coloriert – jedoch leider irgendwann bei einer Aufräumaktion verschollen. Gedichte reichten dem fantasievollen Kind bald nicht mehr, sodass mit zwölf Jahren der erste Roman in Angriff genommen – und bis heute nicht fertiggestellt wurde. Bei der Abiturverleihung sagte der Deutschlehrer mit einem ernsten Lächeln: „Und Sie veröffentlichen mal ein Buch. Aber unter ihrem richtigen Namen, damit ich es auch auf der Bestsellerliste erkenne.“

Bess

Ob der Deutschlehrer heute, zwanzig Jahre später, noch praktiziert, steht zu bezweifeln, aber seine Worte wirken bis heute nach. Wann Bess einmal ein Buch veröffentlicht, das inzwischen selbst unter ihrem richtigen Namen herausgegeben aufgrund Eheschließung dem Deutschlehrer wohl nicht auf der Bestenliste auffallen würde, steht noch in den Sternen. Da jedoch das Manuskript zum Portal-/Urban-Fantasy-Roman „Seelenschulden“ bereits fertiggestellt und von einer erfahrenen Lektorin und Phantastik-Preisträgerin für gut befunden wurde, dürften die Sterne wohl 2023 oder 2024 voraussagen.

Fragt man Bess, wo sie sich in zehn Jahren sieht, ist die Antwort klar: Vielleicht nicht auf der Bestsellerliste, aber ganz sicher auf der Bess-Seller-Liste. Ihr wichtigstes Ziel hat sie bereits erreicht – einer ihrer Romane hat einen Menschen glücklich gemacht. Und was einen Menschen glücklich macht, macht statistisch gesehen sieben Millionen weitere glücklich. Jetzt muss sie sie nur noch finden …

Wer mehr über Bess erfahren möchte oder sich für eine Leseprobe von „Seelenschulden“ interessiert, findet all das und noch mehr auf bessassin.com.

Tschüss 2021, moin 2022!

Tschüss 2021, moin 2022!

Wie die Zeit rennt, wenn man plötzlich was zu tun hat!
Trotzdem bin ich noch nicht so recht bereit, das alte Jahr gehen zu lassen. Ich muss erst noch aufräumen, innerlich.

Wie ist das letzte Jahr gelaufen?
Habe ich meine Ziele erreicht oder mir zu viel vorgenommen?


Für das vergangene Jahr hatte ich mir vorgenommen:

  • Meinen zweiten Roman runterschreiben.
  • Meinen ersten Roman überarbeiten.
  • Aktion »100 Geschichten in 100 Tagen« im Blog starten.

Die 100 Tage-Aktion habe ich nicht nur gestartet, sondern auch abgeschlossen. Das war das unwichtigste Ziel und im Nachhinein betrachtet vielleicht nicht die klügste Idee, weil ich mir nicht die Zeit genommen habe, alles vernünftig zu verschlagworten. Wie das mit den Hashtags funktioniert, habe ich erst so richtig bei Instagram gelernt. Content habe ich jetzt, aber „Oh je, was sollen die Nachbarn denken?“ ;)
Ich meine, wenn man neu auf meine Seite kommt und sieht die Früchte meiner eilends dahergetippten Schreibübungen, dann kann der Eindruck entstehen, das sei mein übliches Niveau und nun ja, das dürfte nicht gerade verkaufsfördernd sein. Was tun? Einfach löschen zerstört sämtliche Referenzen. Am besten, ich erwähne es nicht wieder, lasse gehaltvollere Artikel sprießen und das Ganze in Vergessenheit geraten.

Die Überarbeitung meines ersten Romans habe ich zwar in Angriff genommen, mich dann aber gleich wieder ablenken – na ja, ins Tal der Depression fallen – lassen. Fertig bin ich damit noch nicht, hatte aber auch erst im Oktober damit angefangen. Schade, denn das wäre mir eigentlich das Wichtigste gewesen. Es scheint mir aber auch die schwierigste Aufgabe. Für mich ist es einfacher, mir aus dem Nichts heraus etwas einfallen zu lassen, als dann Entscheidungen darüber treffen zu müssen, was wie geändert werden soll. Hierfür will ich mir mehr Zeit nehmen, am besten täglich.

Der zweite Roman ist viel zu kurz geraten, aber zum Ende bin ich gekommen. Ein Erfolg?
Auch hier habe ich das gesetzte Ziel von 55.000 Wörtern nicht erreicht, aber 22.000 Wörter ersprintet. Daraus lerne ich, dass Schnellschreiben für mich wirklich nur dann Sinn macht, wenn es darum geht, mir das Schreibrohr freizupusten. Arbeit an Romanen erfordert sehr viel mehr Planung und einen koordinierten Blick auf das Gesamtwerk; kurze Texte lassen sich einfach mal so aus dem Handgelenk schütteln und bedürfen mit Glück nur wenig Bearbeitung.
Dieses Projekt soll erst dann wieder oberste Priorität bekommen, wenn ich mit dem Erstling in eine andere Bearbeitungsphase eingetreten bin, also etwa auf Verlagssuche bin oder erneut aus Betriebsblindheit eine Pause brauche.

(c) A&K Coverdesign

Nicht geplant war die Buchveröffentlichung.
Die war unheimlich aufschlussreich und hat Riesenspaß gemacht, war aber auch zeit- und energieraubend und hat zur Folge, dass mir nun fürs Schreiben dauerhaft weniger Zeit bleibt, weil ich mich um Buchhaltung und Werbung kümmern muss. Wobei ich die Werbung ehrlich gesagt sträflich vernachlässige. Da muss ich mehr tun.

Ich brauche einen zweiten Ruhetag, an dem ich schreiben darf, aber nicht muss. Es kommt mir einfach zu oft ein Wettbewerb dazwischen, für den ich mal eben schnell was schreiben will, was dann doch mehr Zeit in Anspruch nimmt als gedacht, auch wenn es „doch nur was Kurzes“ ist.


Nun, da das erledigt ist: Herzlich willkommen!

Image by Susan Cipriano from Pixabay

Fürs neue Jahr gilt also:

  • Meinen ersten Roman überarbeiten
  • Leipziger Buchmesse
  • Forentreffen
  • Ab und zu eine Kurzgeschichte für eine Ausschreibung
  • Mehr Energie in Werbung stecken
  • Zwei Ruhetage pro Woche
  • Meinen zweiten Roman ausarbeiten

Da ich auch noch einige Zeit ins Networking stecke (Stammtische und so), muss ich mal schauen, wie ich mit allem zurechtkomme. Einen konkreten Plan, wie es hier im Blog weitergeht, habe ich noch nicht. Ich bleibe aber auf jeden Fall am Ball. Es wird weiterhin mit Büchern und mit meinem Schreiben zu tun haben. ;)

5. Virtueller Literaturcon – Aufzeichnungen

5. Virtueller Literaturcon – Aufzeichnungen

Diejenigen, die am Wochenende keine Zeit hatten, können sich die Veranstaltung nachträglich anschauen.
Das Programm hatte ich hier angekündigt; es wurde jedoch spontan etwas umgestellt, da eine Lesung wegen Computerstreik von Freitag auf Sonntag verschoben werden musste und zwei kurzfristig ganz ausfielen.

42 Grad (Wolf Harlander)

42 Grad (Wolf Harlander)

Mutter Natur kann nicht nur Sintflut, sie kann auch das Gegenteil! Diese Lektüre hat mich zum Schwitzen gebracht und ich hatte ständig Durst. Gut, dass ich reichlich Wasser aus der Leitung bekam, das ich mir neben meinem Lesesessel bereitstellen konnte.

Ein Pageturner ist dieses Buch in meinen Augen nicht, aber das ist auch ganz gut so, damit man die Zusammenhänge begreifen und sich zuweilen von den schockierenden Bildern erholen kann. Mehr als die Ermittlungen gegen die Verbrecher hat mich das Katastrophenszenario in seinen Bann gezogen.

Was passiert wirklich, wenn die Temperaturen weltweit immer weiter steigen? Schon jetzt haben wir hier klimatische Verhältnisse wie noch vor einigen Jahren nur aus Amerika bekannt und wenn wir nichts gegen den Klimawandel unternehmen, werden wir bald Verhältnisse wie in Afrika haben. Hitze. Dürre. Tod.

„42 Grad“ von Wolf Harlander wäre kein Thriller, wenn nicht auch kriminelle Kräfte zu einer Verschärfung des Wassermangels beitragen würden. Das Ende fand ich wenig überraschend. Trotzdem wird mir dieses Buch, das ich bei schlappen 30 Grad im Schatten las, noch lange im Gedächtnis bleiben, denn das Thema ist brandheiß, gab es doch zeitgleich in Amerika Rekordtemperaturen über 50 Grad mit etlichen Hitzetoten.
Und jetzt haben wir in Europa großflächige Waldbrände, wie sie auch im Buch eine Rolle spielen.

Die Geschichte basiert auf Fakten (ttt -titel, thesen, temperamente dazu): https://www.youtube.com/watch?v=5jFqnZ5NiEg

Kleines Manko in meinen Augen: Die französischen /schweizer Guillemets, die mich beim Lesen arg irritiert haben, weil ich die Anführungszeichen umgekehrt gewohnt bin.

Schwuppenplanschen pausiert

Etwas zu kurz geraten
Wie soll ich sagen? Zwischenzeitlich konnte ich bei Schwuppenplanschen Richtfest feiern; die Rohfassung war zu Ende geschrieben. Leider hatte sie da gerade mal etwa 21k Wörter. Jetzt 22k, nachdem ich begonnen habe, die Szenen auszuschmücken, was ich nur höchst ungern tue. Ich tippe die Dialoge runter und am liebsten würde ich es dabei belassen. In einer Kurzgeschichte kann man das auch mal machen, aber nicht in einem Roman.
Mit dem jetzigen Umfang hat das Werk allerdings erst knapp den Umfang einer Novelle erreicht und ist weit entfernt von einem Roman – dreimal so lang sollte es werden. Nur mit ausschmücken werde ich das auch nicht mehr schaffen, denke ich. Der Mittelteil ist viel zu dünn, das Ende bisher nur skizziert.
Ich kann nun zweierlei tun: Grundlegend den Plot überarbeiten und neue Szenen einfügen oder gar eine ganze Nebenhandlung – oder mich auf eine Novelle beschränken. Ich weiß es noch nicht, aber ich tendiere dazu, den Plot auszubauen.

Die elende Überarbeitung
Ich muss zugeben, dass ich die Überarbeitung immer ziemlich vor mir herschiebe.
Irgendwie habe ich ein Problem damit, einmal hingeschriebene Zeilen noch einmal zu verändern. Wenn ich mich dransetze, um den Szenen mehr Atmosphäre zu verleihen, sehe ich wieder alles vor mir (das ich noch nicht alles hingeschrieben habe) und lese meine eigene Geschichte, anstatt sie zu überarbeiten. Ich nehme stark an, dass das ein Indiz dafür ist, dass ich sie ruhen lassen muss, bis ich so viel Abstand habe, dass ich den Text lesen kann, als sei es eine fremde Geschichte.
Wenn ich dagegen Rückmeldungen von etwa Testlesern bekomme, dann ist das kein Problem, schnell etwas zu ändern. Aber ohne diese Impulse bin ich betriebsblind, wie wohl jede:r ab einem gewissen Punkt.
Deshalb habe ich die erste Überarbeitung zunächst pausiert. Ich hoffe nur, ich schiebe sie nicht bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag vor mir her.

Ein Anflug von Größenwahn
Es hat mich mal wieder ein Wettbewerb angelacht.
Ich habe übrigens seit Anfang 2020 an 10 Wettbewerben teilgenommen und seither 8 Absagen erhalten bzw. Daten von Preisverleihungen – an denen ich nicht teilnahm – verstreichen sehen, eine Rückmeldung steht aufgrund von Verzögerungen im Betriebsablauf noch aus und einmal habe ich es auf die Longlist geschafft: Sparte Queer beim Berliner Literaturpreis Wortrandale 2020. Dabei habe ich jetzt nicht mitgezählt, wenn ich, wie in diesem Fall, mehrere Geschichten einreichen durfte.
Ich habe also in einem verzweifelten Anfall von »Ich kann das und wenn nicht, ist es eh egal!« just einen Auszug von Schwuppenplanschen eingereicht. Wenn ich Pech habe, muss ich aus diesem noch nicht abgeschlossenen Werk lesen – und das vor Fernsehpublikum.
Wenn ich Absagen bekomme, bin ich immer erleichtert, dass ich nicht vorlesen muss. In diesem Fall würde mich eine solche Auszeichnung sicherlich beflügeln, das Werk in welchem Umfang auch immer fertigzustellen, weil es mir zeigen würde, dass Interesse an der Geschichte besteht. Ich mache mir allerdings keine großen Hoffnungen.

Und schon steht der nächste Wettbewerb vor der Tür: #newwritingtalent
Für den würde ich ein neues Projekt starten. Da wird nämlich ein ganzer Roman gesucht. Das wäre allerdings sehr sportlich, würde ich das innerhalb von 10 Wochen schaffen.

Making of: Schwuppenplanschen – Schwimm dich in sein Herz!

Auch das ist nur der Arbeitstitel. Mit diesem Projekt geht es in die Trans*szene, passend zum Pride Month.

Worum geht es in der Geschichte?
Es ist noch kein richtiger Klappentext, zeigt aber schon, wo es hingeht:
In der Dusche des Freibades erlebt Dennis, wie alle mit Fingern auf ihn zeigen und glaubt danach nicht mehr daran, je einen Partner zu finden. Seine beste Freundin Rasheeda redet ihm gut zu und auf dem CSD fällt ihnen ein Flyer des queeren Sportvereins in die Hände, der mit »Schwuppenplanschen« wirbt.
Kann er sich überwinden, auf diesem Weg Kontakte in die schwule Szene zu knüpfen?

Warum schreibe gerade ich diese Geschichte?
Wer seit der ersten Stunde meinem Blog folgt, weiß, dass ich selbst auch Transmann bin. Ich weiß also, wovon ich schreibe, wenn ich über Transmänner schreibe. Es ist wichtig, in der Literatur für mehr Sichtbarkeit zu sorgen. Neben Autobiografien, die sicher auch interessant sind, fehlen mir Romane. Ich will Figuren schaffen, mit denen man sich identifizieren kann und Zeit verbringen möchte.

Geht es diesmal schneller?
Ich hoffe es sehr. Berauscht von meinem letztjährigen NaNoWriMo-Erfolg glaubte ich, es rein rechnerisch schaffen zu können, innerhalb von drei Monaten einen Roman zu schreiben und das bequem. Tja. Die Zeit habe ich damit verbracht, einen halbwegs brauchbaren Plot auf die Beine zu stellen, Probeleser zu suchen, Recherchequellen aufzutun und mich mit den Figuren vertraut zu machen.
Spontan habe ich für einen Wettbewerb ein Exposé für diese Geschichte geschrieben und eingereicht und versucht, mir damit Zeitdruck zu machen. Das hat leider nicht so gut geklappt und ich habe es doch sehr schleifen lassen. Meine tägliche Schreibroutine, die ich nach der SGZ-Aktion für meinen Roman gleich übernehmen wollte, war schnell dahin.
Instagram kostet auch Zeit. Wenn ich nicht schreibe, ist fehlende Zeit jedoch nicht das Problem, wenn ich ehrlich bin. Die Geschichte fühlt sich noch nicht reif an, auch wenn die Zeit reif wäre …