Die Grüne Schleife

Die Grüne Schleife

Ist euch mal auf meiner Über-mich-Seite die Grüne Schleife an meiner Jacke aufgefallen und ihr habt euch gefragt, was sie bedeutet? Da heute der Welttag für seelische Gesundheit ist, erkläre ich es euch:

Damit könnt ihr ausdrücken, dass ihr euch solidarisch zeigt mit Menschen mit psychischen Erkrankungen. Da jeder Dritte davon betroffen ist, kann ich mir nicht vorstellen, dass ihr wirklich niemanden kennt, der noch nie psychisch erkrankt ist. Es wird höchstens nicht darüber gesprochen.
Und genau das ist das Problem: Durch die Tabuisierung leiden wir doppelt, viele fressen ihren Kummer in sich hinein anstatt sich Freunden anzuvertrauen und genau das ist häufig wiederum krisenauslösend oder -verschärfend. Zudem können wir keinen Schritt in Richtung Entstigmatisierung machen, wenn wir nicht darüber sprechen.

„Ich bin nicht Dein Therapeut.“
„Du brauchst professionelle Hilfe!“

Wie oft habe ich das gehört? Oft aus eigener Überforderung heraus wurde ich von meinen Mitmenschen abgewiesen, am Arbeitsplatz und im Privatleben. Dabei erwarte ich doch keine Wunderwerke, einfach nur ruhig und gelassen zuhören in einem Moment emotionaler Aufgelöstheit reicht oft schon aus. Das ist unglaublich wichtig zur Vorbeugung.

„Soziale Kontakte sind überaus wichtig.“

Das bekam ich von den „professionellen Helfern“ immer wieder zu hören.
Natürlich müssen auch Angehörige psychisch kranker Menschen sich selbst schützen und dazu gehört, sich nicht zur Seelenschutthalde machen zu lassen. Da die Grenze zu ziehen ist oft schwierig, das gebe ich zu.

„Nur wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du anderen helfen.“

Der Selbstschutz geht immer vor, wie auch bei beruflichen Rettern etwa bei der Feuerwehr. Mich selbst betrifft das ja auch, wenn ich in der Rolle des Angehörigen bin. Ich kenne beide Seiten.
Meiner Erfahrung nach ist es jedoch so, dass ich erst langsam lernen musste, dass ich willkommen bin, auch wenn es mir nicht gut geht. Erst dieses Wissen hat mich dazu befähigt, mir frühzeitig Hilfe zu suchen. Komme ich früh genug mit meinen Problemchen, reicht das Ohr eines Freundes aus. Denn es steht bei mir die Bewältigung meines Alltags im Vordergrund.

„Bei der Bewältigung des Alltags helfen soziale Kontakte – wie bei Gesunden auch.“

Ich erwarte nicht, dass meine Kolleg:innen und Freunde traumatherapeutisch mit mir arbeiten, sich meine ganze Lebensgeschichte anhören oder rund um die Uhr für mich da sind. Ich will nicht wie ein rohes Ei behandelt werden und ich scheiß auf Mitleid.

Mitleid hilft niemandem. Mitgefühl schon.

Mir ist nur wichtig zu wissen, dass es okay ist, auch mal Befürchtungen zu äußern, mein Buch könne zerrissen werden oder was mir sonst so im Kopf rumspukt. Ich erwarte aber, dass ich mit demselben Respekt behandelt werde wie Menschen ohne psychische Probleme.

„Mach Dir nicht so viele Gedanken.“

Aber gern. Noch eine Runde Pillen, bitte!

Spaß beiseite. Ich wünsche mir, dass wir einen Schritt aufeinander zu machen. Füreinander da sind. Einander zuhören. Das ist wichtig, damit nicht nur Einzelne, sondern unsere Gesellschaft auch auf systemischer Ebene genesen kann.

Eine solche Grüne Schleife könnt ihr beim Aktionsbündnis Seelische Gesundheit bekommen. Vielleicht wird sie euch aber auch dieser Tage irgendwo in der Fußgängerzone in die Hand gedrückt, so wie mir damals.

Nachbarschaftshilfe Hochwasser 2021

Nachbarschaftshilfe Hochwasser 2021

Bitte keine weiteren Helfer in die Katastrophengebiete!

Hotlines

Hotline für psychosoziale Unterstützung: 0800 001 0218, Quelle: https://www.volksfreund.de/region/eifel-trier-wer-nach-dem-hochwasser-jetzt-hilfe-anbietet_aid-61427353

BDP Hochwasser Hotline, Psychologische Akuthilfe 0800 7772244, Quelle: https://www.instagram.com/p/CRhNLHhHcvC/?utm_source=ig_web_copy_link

Angehörige über Hotline der Polizei suchen: 0800-6565651
Kreisverwaltung Ahrweiler: Hotline für Hilfswillige 02641 975900 oder per Mail hochwasserhilfe@kreis-ahrweiler.de
Kreisverwaltung Ahrweiler: Hotline zur Beratung von Kindern, Familien, Senioren oder zur Notbetreuung 02641 975 950
Quelle: https://www.swr.de/swraktuell/rheinland-pfalz/warum-das-hochwasser-in-eifel-so-katastrophal-100.html

Liste mit Telefonnummern von Ansprechpartner:innen für Aachen, Ahrweiler, Euskirchen, Hagen, Hückeswagen, Solingen im Bergischen Land, Wuppertal und Bild hilft bei der Vermisstensuche: https://www.bild.de/ratgeber/2021/ratgeber/hochwasser-in-deutschland-hier-bekommen-sie-schnelle-hilfe-77099938.bild.html

So könnt ihr helfen:

Bitte keine Sachspenden mehr, die Lager sind voll!

Spendenkonten

Spenden für Betroffene der Buchbranche: https://main-verlag.de/flutopferhilfe/

Aktion Deutschland hilft: https://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/spenden/spenden/?fb_item_id=40824651

ICH HABE NUR LINKS ZUSAMMENGESTELLT UND BIN FÜR DEREN INHALTE NICHT VERANTWORTLICH.

KEINE GEWÄHR FÜR RICHTIGKEIT/AKTUALITÄT!!!

#monthofdisability

#monthofdisability

In New York wird diesen Monat Disability Pride gefeiert – warum nicht auch hier?

Ich habe euch schon erzählt, dass ich wie Mark aus meinem in Arbeit befindlichen Roman »Der Genesungsbegleiter« eine bipolare Störung habe, aber noch nicht, was es für mich im Alltag bedeutet, mit dieser Erkrankung zu leben.

Da es sich bei der bipolaren Störung um eine chronische psychische Erkrankung handelt und meine Beschwerden sich voraussichtlich nicht bessern werden, hatte ich beantragt, eine Schwerbehinderung feststellen zu lassen. Mein Grad der Behinderung war anfangs nur 30, dann 70 und jetzt, da ich den Ausweis unbefristet habe, beträgt der GdB 50.

Die Rente wegen voller Erwerbsminderung ist gerade um drei Jahre verlängert worden. Ich kann also jetzt erst mal den Fokus wieder auf meine Ressourcen richten und muss erst beim nächsten Antrag auf Verlängerung wieder überlegen, was meine Einschränkungen sind.

Jetzt könnte man natürlich meinen, ich habe ja den ganzen Tag Zeit. Effektiv nutzen kann ich sie leider nicht so, wie ich das gern würde. Keinesfalls zuverlässig. Oft kann ich mich nicht gut konzentrieren, an manchen Tagen überhaupt nicht. Ich brauche viele Pausen. Ich denke langsamer, das macht sich in Gesprächen bemerkbar, vor allem dann, wenn ich eine bewusste Entscheidung treffen muss.

Seit ich medikamentös richtig eingestellt bin, nehme ich dreimal am Tag meine Medikamente, ein Antiepileptikum zur Phasenprophylaxe (Valproat) und ein Neuroleptikum (Olanzapin), das mich abends müde machen soll. Das funktioniert leider nicht so ganz – ich werde nicht pünktlich abends müde. ;)
Wenn mich etwas sehr aufgewühlt hat, kann ich die ganze Nacht nicht schlafen, auch wenn etwas Aufregendes bevorsteht, und das kann auch nur das Weckerklingeln sein, um die Katzen zu füttern. Das setzt mich dann so unter Druck, dass ich nicht einschlafen kann. Keine Sorge, die Katzen werden dann von meiner besseren Hälfte gefüttert.
Und wenn ich dann schlafe, dann 13 Stunden, um ausgeschlafen zu sein. Früher aufzustehen fällt mir sehr schwer, ich muss schon einen triftigen Grund wie etwa einen Arzttermin haben. Dadurch wird mein Tag dann sehr kurz, falls ich es überhaupt schaffe, nach elf Stunden schon wieder zu schlafen.
Faktisch passe ich nie richtig in den 24-Std.-Rhythmus und kann nicht gut Termine vereinbaren, weil ich im Grunde nie vorher sagen kann, ob ich dann gerade tagsüber oder nachts wach bin. Also treffe ich nur sehr wenige Verabredungen und manage meinen Schlaf mithilfe von Kaffee und Schokolade so, dass es dann eben passt. Meistens bedeutet das, dass ich länger wach bleibe und sich meine Schlafenszeit so immer nach hinten verschiebt.
Tendenziell werde ich eher depressiv, wenn ich zu viel schlafe (gut in den 24-Std.-Rhythmus passe), was meist im Winter der Fall ist, und dagegen bin ich eher im Sommer kommunikativer, kontaktfreudiger und eben auch mehr wach, was leicht in Richtung Hypomanie tendiert. Dafür bin ich dann eben auch kreativer und sozial besser eingebunden.

Jeder freudenvolle Tag ist mit der Angst verbunden, wieder zu entgleisen und erneut in der geschlossenen Psychiatrie zu landen.

Aber hey, wir erinnern uns: Die gute Nachricht ist, dass ich psychisch stabil bin. Ich war seit fünf Jahren nicht mehr in der Klinik. Deshalb will meine Psychiaterin, die ich alle zwei Monate aufsuche, auch keine Experimente in der Medikation mehr machen.
(Als ich es mit Lithium versucht hatte, hat dies eine genetisch vorprogrammierte Psoriasisarthritis (Schuppenflechte mit Gelenkbeteiligung) bei mir ausgelöst, was ihr sehr leidtat. Ich wollte das Zeug unbedingt ausprobieren und es war auch wirklich besser als das, was ich davor hatte. Mit dieser körperlichen Erkrankung konnte ich mich vergleichsweise leicht abfinden und halte relativ strenge Diät ein, um möglichst andere Behandlungen der Haut wie Cremes etc verzichten zu können. Gelenkschmerzen habe ich nach dem ersten Schub seither nur noch gelegentlich und belastungsabhängig.)

Solange ich mir alle Freiheiten lasse, merke ich von meinen Einschränkungen kaum welche. Diese zeigen sich erst beim Versuch sozialer Teilhabe. Gehe ich zum Beispiel jeden Montag singen, dann geht das meinetwegen dreimal gut und beim vierten Mal schlafe ich um die Zeit. Dabei bin ich eigentlich ein zuverlässiger Typ und nach Möglichkeit immer dabei.
Findet die Veranstaltung per Videotelefonie in meinem Wohnzimmer statt, ist der Aufwand für mich weitaus geringer, auch weil ich den Weg zum Veranstaltungsort spare und mich nicht den ganzen Reizen unterwegs aussetze. Deshalb profitiere ich sehr von den vielen Angeboten, die es jetzt auch digital gibt. Manche davon hätte ich sonst nie wahrgenommen.
Bei Reisen handhabe ich es übrigens so, dass ich immer schon einen Tag vor dem Beginn der Veranstaltung anreise, weil ich die Nacht vor der Fahrt erwartungsgemäß nicht schlafen kann, dann schlafe ich vor Ort früh ein und kann dann ausgeschlafen starten. Den Abreisetag nutze ich für mich zum Schlafen und fahre dann erst am Tag darauf nach Hause. Das ist natürlich mit einem Mehraufwand von Zeit und Kosten verbunden. Entsprechend selten verreise ich.

Ab und zu überprüfe ich, ob es nicht inzwischen besser geht mit meinem Biorhythmus. Mein letzter Versuch war, einen 28-Std.-Tag einzuführen, um eine bessere Planbarkeit zu haben. Meine Woche hatte sich dann jede Woche um einen Tag verschoben. Das ging grandios in die Hose, ich war völlig erschöpft vom Schlafmangel. Es ist und bleibt eine zirkadiane Schlafstörung, völlig unregelmäßig.

Das mit dem Schlaf ist nicht das einzige Problem in meinem Leben, aber das, was mich im Zusammenhang mit dieser Erkrankung am meisten wurmt. Diese Unverplanbarkeit. Dieser einzelne Aspekt meines Lebens gilt nur für mich und ist nicht repräsentativ für alle mit derselben Diagnose.

Auffällig ist: Wenn ich sage, dass ich Wechselschichten schlafe und man annimmt, dass ich Wechselschichten arbeite, dann wird das akzeptiert. Lege ich offen, dass ich krank bin, hagelt es gut gemeinte Ratschläge, um die Situation, mit der ich mich durch einen jahrelangen Genesungsprozess zu akzeptieren gelernt habe, zu ändern. Das nervt! Als ob ich mir nicht genug Mühe geben würde beim Gesundwerden.

Dennoch: Bei meinem nächsten Termin bei meiner Ärztin werde ich das Thema Schlaf noch mal ansprechen. Vielleicht kann ich noch etwas ausprobieren, das ich noch nicht versucht habe.

Update 26.07.21:

Zwischenzeitlich habe ich mit meiner Ärztin noch einmal über meine Schlafstörung gesprochen. Sie hat den Verdacht einer Schlafapnoe geäußert, was ich beim HNO abklären lassen werde. Es kann also sehr gut sein, dass meine Probleme wie Tagesmüdigkeit, Konzentrationsstörungen etc. und vor allem dieser extrem überhöhte Schlafbedarf gar nicht auf meine psychische Erkrankung zurückzuführen ist, sondern diese das Problem nur verschärft.

Update 16.09.21:

Die HNO hat nichts festgestellt, das durch eine OP behoben werden könnte bzw. müsste.
Ich war nach einer ambulanten Polysomnographie (beim Lungenfacharzt gibt es das als Kassenleistung, beim HNO als IGeL) im Schlaflabor und hatte etliche Atemaussetzer. Mir wurde eine Schlafmaske (in meinem Fall eine Vollgesichtsmaske) verordnet. Diese wird mit einem Gerät verbunden, sodass mir in der Nacht Luft in Mund und Nase gepustet wird. Dadurch werden nicht nur die Atemaussetzer vermieden, sondern auch mein Schnarchen lässt nach oder verschwindet sogar.

Im Schlaflabor

Ja, es sieht furchtbar gruselig aus, aber es ist bequemer, als es aussieht. xD
Ich bin jetzt sehr guter Dinge, dass ich nach einer Eingewöhnungszeit erheblich an Lebensqualität hinzugewinnen werde und auch mehr vom Tag habe, mehr erlebte Lebenszeit sozusagen.

Buchtipp: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (Alice Hasters)

Buchtipp: Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen aber wissen sollten (Alice Hasters)

Mit diesem Thema hätte ich mich schon viel früher befassen sollen, aber ich bin erst durch die blacklivesmatter-Bewegung darauf aufmerksam geworden und im Zusammenhang mit der Recherche für den Hintergrund für eine meiner Figuren: Rasheeda. Sie ist nicht Schwarz, aber auch nicht weiß – doch dazu später mehr.

Alice Hasters erzählt Episoden aus ihrem eigenen Leben und lässt die Leser:innen mitempfinden, wie sich alltäglicher Rassismus anfühlt. Denn hierbei geht es nicht um Nationalsozialismus und Rechtsradikale mit auf den Hals tätowierten Hakenkreuze, sondern um die kleinen Dinge, an denen sich bereits Rassismus zeigt.
Auch ich, habe ich mich ertappen müssen, war schon rassistisch gegenüber meinen Mitmenschen. Und das ohne böse Absicht und ohne es überhaupt zu merken. Dabei war ich bisher überzeugt davon, frei davon zu sein. Nazis sind doch immer die anderen. Die Leute, die die AfD und die NPD wählen. Die, die Attentate auf Synagogen verüben. Die, die ihre Mitmenschen aufgrund ihrer Hautfarbe anders behandeln. Und da haben wir es.

Durch Alice Hasters’ Buch habe ich jetzt begriffen, dass wir systemisch in diesen Rassismus verstrickt sind, den irgendwann mal ein weißer Mann erfunden hat. Seine Einteilung in Rassen wurde zu meiner Schulzeit noch gelehrt. Und das an einem Gymnasium, das eine Partnerschule in Israel sowie eine Israel-AG hatte und jedes Jahr in irgendeinem Fach das Dritte Reich thematisierte. Unser Geschichtsunterricht beschränkte sich dagegen hauptsächlich auf die Römer, da der Geschichtslehrer auch Latein gab. Ich kann mich nicht erinnern, dass wir je über die Kolonialisierung gesprochen haben.
Der heutige Alltagsrassismus in Deutschland ist immer noch eine der Folgen der damaligen Kolonialisierung. Aber: Nur weil das Problem systemisch ist, bedeutet das noch lange nicht, dass wir alle unschuldige Opfer sind und die Hände in den Schoß legen können. Wir müssen etwas dagegen tun. Jede:r Einzelne muss sich damit auseinandersetzen, was unsere weißen Vorfahren BIPoC angetan haben, und auf sein eigenes Verhalten achten. Das fängt beim Denken an.

Besonders resoniert hat bei mir das Thema Haare. Alice Hasters beschreibt, dass ihr Fremde einfach so ungefragt in die Haare fassen. Ein absolutes No-Go! Ich möchte auch nicht von Fremden angetatscht werden. Wie kann man sich denn als erwachsene Person so daneben benehmen?
Vielleicht hatte ich da Glück, dass ich als Kind einem netten Schwarzen Mann in den Afro fassen durfte, um zu begreifen, was ich da sah. Er schärfte mir jedoch auch ein, dass ich immer vorher fragen muss. Auch lehrte er mich den sparsamen Umgang mit Wasser, aber das ist eine andere Geschichte.

Nach einem Afrikaurlaub kam ich mit Zöpfen (ich glaube Cornrows) zurück. Am Ende der Zöpfe waren Perlen eingearbeitet. Ich ging damals noch zur Grundschule. Die Sportlehrerin forderte mich dazu auf, den Schmuck aus meinen Haaren zu nehmen. Ich wusste gar nicht, was sie wollte. »Das sind meine Haare!«, protestierte ich. Zur Strafe wurde ich vom Unterricht ausgeschlossen und als ich die Woche darauf immer noch dieselbe Frisur hatte, beschwerte sich die Lehrerin bei meiner Mutter, was zur Folge hatte, dass meine Mutter unter meinem Zetern und Wutgeheul alle Zöpfe öffnete.
Eine Geschichte über Lehrer:innen, die mit ihrer Frisur nicht einverstanden waren, erzählt auch Alice Hasters. Und dabei fiel mir meine eigene wieder ein. Der Vergleich ist nicht fair, weil meine Haare auch ohne Zöpfe pflegeleicht sind. Aber lest selbst.

Ich glaube, dass ich jetzt etwas sensibler mit BIPoC umgehen kann. Jedenfalls will ich versuchen, die mir jetzt bekannten Fettnäpfchen auszulassen. Natürlich reicht es nicht, nur ein Buch zu lesen. Aber irgendwo muss man ja anfangen.
Und ich werde niemanden mit der Woher-kommst-du-Frage belästigen – die hasse ich nämlich selbst.

Frohes Neues!

Ich bin wieder da.

Das habe ich manchmal, dass ich für eine Weile abtauche und eines schönen Tages aus meinem Winterschlaf aufwache. Ich brauche das, dieses Alleinsein bis hin zur Einsamkeit, um wieder Hunger nach dem Leben zu bekommen.
Das vergangene Jahr hat mich diesbezüglich aus dem Takt gebracht. Wie uns alle wohl.

2020 sollte mein Jahr werden. Ich habe mir eine anständige Schreibsoftware gekauft, die mir geholfen hat, meinen Roman zu überblicken.
Zudem hatte ich mir vorgenommen, jetzt endlich mal in einer Anthologie veröffentlicht zu werden. Ich nahm an diversen Wettbewerben teil und schaffte es in der Sparte Queer mit »Freiwillig schwul werden?« auf die Longlist des Berliner Literaturpreises »Wortrandale 2020«. Mein größter Erfolg dabei war, dies auch als Erfolg anzuerkennen.
Im November ist es mir gelungen, die Rohfassung meines ersten Romans abzuschließen. Ich war nach drei Jahren bei der Hälfte und dann habe ich innerhalb von drei Wochen – NaNoWriMo lässt grüßen – den Rest runtergetippt. Ich war total von den Socken, als ich mich mehr als 10.000 Anschläge pro Tag tippen sah.
Bis auf Weiteres befindet sich das Manuskript in der Überarbeitung. Erst ruht es eine Weile. Da brauche ich wohl auch noch Zeit, bis ich den Bogen raus habe, wie man das macht und wo meine Schwächen liegen, die ich ausbügeln muss.

Für 2021 habe ich mir vorgenommen, daran anzuknüpfen, im Idealfall noch eins draufzusetzen:

  1. Meinen zweiten Roman runterschreiben.
  2. Meinen ersten Roman überarbeiten.
  3. Aktion »100 Geschichten in 100 Tagen« im Blog starten.

Was es mit der Aktion auf sich hat, erzähle ich dann beim nächsten Mal.

Möge 2021 uns allen nur das Beste bringen!

%d Bloggern gefällt das: